„Wir Waren Keine Wannabes“


Herr Remmler, Sie haben 1981 der Popmusik den letzten Anschein eines Inhalts entzogen. War Liebe oder Hass für das Genre das Motiv? In der Tat haben wir die Scheininhalte aufgeblasener Wichtigtuerei unserer Musik entzogen. Wenn Sie aber meinen, wir hätten der Musik den letzten Rest von Inhalt entzogen, dann muss ich Ihnen widersprechen. Dekonstruiert haben wir das hohle Pathos in der Musik, im Text, in der Präsentation, etc. und haben durch die Betonung des Essenziellen die Inhalte nackter dastehen lassen, was eher einer Aufwertung der Inhalte gleichkommt. Das war aber keine intellektuelle Vorgabe, die wir uns am Anfang unserer Arbeit gestellt hatten, ich schildere das nur aus der heutigen Sicht. Das hat sich während unserer zweijährigen Arbeits-, Übungs-, Entwicklungsphase bis zum ersten Auftritt Weihnachten ’80, wenn auch nicht mühelos, so doch relativ organisch herausgebildet. Man weiß ja als Musiker, wenn man seine eigene Arbeit hört wo ist es fake, und wo ist es echt. Und wir sind mit der Zeit dahintergekommen, dass wir keine Wannabes waren. Wir Drei mit unserer history zu dieser Zeit im Keller in GroBenkneten. Als wichtiger Bestandteil der amerikanischen Werbekampagne 1ur VW wurde „Da Da Da“ 1997 in den USA nochmal zum Hit – ist der Song zeitlos? Wie schätzen Sie überhaupt den Einfluss von Trio ein? Die Beantwortung dieser Fragen überlasse ich den Journalisten. Es war schon schön, wenn ich für jedes „aha“, das seit „Da Da Da“ von den Rappern gesprochen wurde. Tantiemen bekommen würde – kleiner Scherz. Nachdem Sie bereits Anfang der 80er Musik ad absurdum geführt haben – interessleren Sie sich heute noch für ihre Entwicklung? Die vorletzte Fat Boy Slim, „You’ve Come A Long Way, Baby“, fand ich interessant, und die neue von Madonna, „Music“, auch.