Wolfgang Ambros

Der Name Wolfgang Ambros ist auch in Deutschland längst ein Trademark. Sein „Schifoan“ ist seit Jahren die Hymne der Freizeitwintersportler. Mit „Zentralfriedhof“ bewies er augenzwinkernd schwarzen Humor. Das Hör- und Singspiel „Der Watzmann ruft“ steht synonym für guten Wiener Schmäh.

Aber fernab seiner österreichischen Heimat kann man sich nur schwerlich (falls überhaupt) ein Bild davon machen, welche Bedeutung der Wolferl für die Wiener und damit für die gesamte Austria-Szene hat. Neun (!) Arbeitstage genügten seiner Plattenfirma, um DER SINN DES LEBENS, Ambros‘ nunmehr 15. LP, zur Goldenen zu verhelfen. Ein Grund zum Feiern. Volksnah mit einem Picknick auf der Jesuitenwiese mitten im Prater.

„Ambros ist ein Phänomen und unbestritten die Nr. 1 in Österreich“, geht der Journalist Rudolf Dolezal sogar soweit, den Sänger als „Katalysator der österreichischen Szene“ einzustufen. „Wer sonst schafftes, drei Tage hintereinander die Wiener Stadthalle auszuverkaufen ? Das gelingt nicht mal Peter Alexander, wenn er auf alle Omis, Tantis und Muttis zurückgreift“, zollt Manfred Tauchen (D.O.F.) seinem Kollegen Tribut.

„In Österreich habe ich tatsächlich eine Sonderstellung“, weiß der allseits Gelobte. „Das ist natürlich auch ein Problem. Da wird man nicht mehr so richtig gefordert.“

Diesseits der Alpen hat er immer das Gefühl, auf Headlines festgenagelt zu werden. „Das Leben ist aber keine Headline. Das wissen wir doch alle. Das Leben ist ungeheuer vielschichtig, facettenreich. Und jede Facette hat zu ihrer Zeit ihre Bedeutung. Du bist nicht eine Aussage. Du bist ein Mensch, hast einmal den Gedanken, ein anderes Mal jene Idee“, wünscht sich der Ambros, daß man auch von seilen der Medien offene Gespräche sucht und keine plakativen, oberflächlichen Aussagen.

Und der Songschreiber hat auch mit dem SINN DES LEBENS wieder etwas (Persönliches) mitzuteilen. Nur Vorsicht: Der Albumtitel mag es zwar implizieren, doch im Besitz der Wahrheit, die er nun selbstlos via Vinyl ins Volk streut, ist der Ambros nicht.

„Da sehen einfach viele falsch“, bedauert der Star wider Willen. „Ich bin ja schließlich niemand anders. Ihr seid ihr. Und ich bin ich. Ich hab‘ doch als Mensch keine Sonderstellung, so a g’schissene…“

Daß er möglicherweise mehr weiß als manch eine/r im Publikum, hält er für normal: „Das ist ja schließlich mein Beruf. Ich bin Nachdenker aus Profession. Aber den Sinn des Lebens erfasse ich auch nicht. Den wird auch keiner jemals wissen.“

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