X, 10.000 Maniacs, The Call

Das Beste kommt immer zum Schluß! An dieser Regel rüttelt auch kein Konzertveranstalter. Die Frage an diesem Abend im Londoner Town & Country Club ist nur, wer nun eigentlich „das Beste“ sei? Zur Auswahl stehen 10.000 Maniacs, X und The Call. Das Eintrittsticket entzieht sich der Wertung, indem es verkündet, daß die Auftrittsfolge der Bands erst kurzfristig am Abend entschieden wird. Die gemeinsame Tournee verdanken diese drei Bands wohl vor allem der Tatsache, daß sie beim gleichen Management untergebracht sind.

Für einen Journalisten der englischen Musikpresse ist die Angelegenheit klar: Sein Konzertbericht in der darauffolgenden Woche proklamiert 10.000 Maniacs als Hauptgruppe, auch wenn sie an zweiter Stelle spielen; X und The Call könne man getrost vergessen man getrost vergessen. Besonders im Falle von X wage ich da zu widersprechen.

Gewiß, 10.000 Maniacs kommen beim Publikum mit ihren Folkrock-Elementen recht gut an. Natalie Merchants Stimme ist klar und betörend, aber außer ihr bewegt sich in der Band nichts und niemand.

Ganz anders bei X. Die ehemalige Underground-Band aus Los Angeles verdeckt ihre Wurzeln im Punk nicht, aber sie ist in den sieben Jahren ihres Bestehens melodiöser und kompakter geworden. Sängerin Exene Cervenka und Bassist John Doe fordern von Anfang an die Aufmerksamkeit des Publikums.

Das ist zwar noch etwas unschlüssig, was es von der nervösen Energie von X halten soll, aber der Knoten platzt spätestens, als die Band den langsamen Song „See How We Are“ ihrer neuen gleichnamigen LP spielt.

X führen uns an diesem Abend eindrucksvoll vor, wie man auch als einstige Punkband seinen Platz in den 80er Jahren behauptet.

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