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Blackout Tuesday
Highlight: Xavier Naidoo im Interview: „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe“

Xavier Naidoo: In diesem Video wettert er mutmaßlich gegen Flüchtlinge

Update: Am Mittwochnachmittag hat Xavier Naidoo sich zu den Vorwürfen geäußert und ein Statement veröffentlicht, das Ihr hier nachlesen könnt.

Von Xavier Naidoo ist ein neues Video im Internet aufgetaucht. Darin sieht man den Sänger, wie immer Sonnenbrille und Kappe tragend, wie er in die Kamera seines Computers oder Handys singt. Problematisch ist, dass Naidoo nicht irgendein Lied singt, sondern rassistische Textzeilen – wenn es sich bei diesem Video nicht um einen Fake handelt.

Xavier Naidoo singt demnach unter anderem von Gästen, die dem Gastgeber das Leben stehlen und eine Gefahr wie Raubtiere darstellen: „Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden“. Deutschland, so eine naheliegende Deutung, „verrecke“ an der politischen Korrektheit, es fehle an einem „Mann, der dieses Land noch retten kann“. Mehr noch: Angeblich geschehe jeden Tag ein Mord von „Gästen“ gegen „meine Leute“.

In einer vielgeteilten Version des Videos sind Ton – und Bildspur so versetzt, dass man an eine (gut gemachte) Montage glauben könnte. In anderen Versionen sind Bild und Ton synchron, und es müsste sich schon um einen sehr guten Stimmimitator handeln, der Naidoo da diese Worte in den Mund gelegt hat. Wenn dies so wäre, müsste Naidoo das Originalvideo zu seiner Verteidigung ja vorlegen können. Zu den Vorwürfen hat sich der Popstar und „Deutschland sucht den Superstar“-Juror bisher nicht geäußert. Eine offizielle Quelle des Videos ist ebenfalls nicht bekannt. Es wurde zuerst auf Twitter, YouTube und Co. in rechten Filterblasen geteilt. Ebenda wird Naidoo für seine „klaren Worte“ gelobt.

An der Authentizität des Videos werden unter anderem deshalb nur wenige Zweifel laut, weil es nicht das erste Mal wäre, dass Xavier Naidoo mit ausländerfeindlichem und rechtspopulistischem Gedankengut auffällt: Im Oktober 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Nürnberg das Urteil des Landgerichts Regensburg, dass Naidoo nicht „Antisemit“ genannt werden dürfe. Eine Referent der Amadeu Antonio Stiftung hatte zwei Jahre zuvor auf einem Podium gesagt, Naidoo sei Antisemit, das sei „strukturell nachweisbar“. Naidoo ging rechtlich dagegen vor. Die Begründung der Bestätigung: Die Referentin habe nicht nachweisen können, dass der Nicht-Antisemit Naidoo „in seinem ganzen Tun und Denken als Antisemit einzustufen ist“. Die Einschätzung der Stiftungsmitarbeiterin sei deshalb eine Meinungsäußerung, die in diesem Fall nicht höher zu bewerten ist als Naidoos Persönlichkeitsrechte.



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