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Blackout Tuesday
Highlight: Xavier Naidoo im Interview: „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe“

Meinung

Die 6 typischsten und gefährlichsten Reaktionen auf Xavier Naidoos Ein- beziehungsweise Ausfälle

Xavier Naidoo hatte es wieder geschafft: Die „linksgrünversiffte Systempresse“ und „Gutmenschen“ waren aufgebracht. Der Grund dafür war nur ein scheinbar harmloser. Auf dem im April 2017 erschienenen neuen Album der Söhne Mannheims, deren Vorsänger und einziger Chartgarant er ist, singt Naidoo unter anderem den Song „Marionetten“. In dem gibt er dem kleinen, verbitterten Mann da draußen eine Stimme und gibt sich im Text dazu so „volksnah“, vermeintlich systemkritisch und praktisch staatsfeindlich wie eh und je. Nachdem sich das herumgesprochen hatte, ließen sich wieder ein paar alteingesessene Reaktionsmuster unter Fans, Kritikern, Kollegen und Zaungästen erkennen.

Wer damals willkürlich Facebook-, YouTube- oder Stammtisch-Kommentare zur Causa Naidoo las, kam an Sätzen und Reaktionen, die sinngemäß wie die folgenden klingen, nicht vorbei. Auch nicht dann, als Naidoo über ein Gericht der Bundesrepublik Deutschland, die er ja als solche gar nicht anerkennt und eine GmbH in ihr sieht, erwirkt hatte, dass man ihn nicht mehr „Antisemit“ nennen darf. Kann man sich kaum ausdenken. Und auch nicht jetzt, da ein Video von Xavier Naidoo im Internet kursiert, in dem er gegen Flüchtlinge und „politisch Korrekte“ hetzt und dessen Echtheit Naidoo durch ein Statement bestätigt hat.

1. „Der hat vielleicht zu viel gekifft, ist aber eigentlich ein netter Kerl“

Es ist egal, wie nett Xavier Naidoo privat eigentlich sein mag. Wer wegen seines mutmaßlichen Drogenkonsums nicht mehr weiß, was er da von sich gibt, gehört vor die PlayStation, aber nicht vor öffentliche Mikrofone. Und wer sich trotzdem seiner Aussagen bewusst ist, wie Naidoo sie trifft, der ist bestenfalls ein Provokateur und Künstler. Schlimmstenfalls aber ein gefährlicher Zündler.

2. „Ist doch scheißegal, was Naidoo so sagt, es geht um seine Musik!“

  1. Nein, Pop und Politik lassen sich, siehe Naidoo, nicht immer trennen. Der Kerl verbreitet seine Ansichten nicht betrunken auf einer Privatparty, sondern öffentlich in Interviews, bei Auftritten und in den Liedtexten seiner Songs. Und das als einer, der eine gewisse Vorbildfunktion qua seiner Popularität haben müsste.
  2. Die Musik an sich ist aber auch scheiße. Wird man ja wohl noch sagen dürfen.

3. „Lasst den Xavier sagen was er will, wir leben in einem freien Land!“

  1. Ja, richtig! Ein freies Land! Die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Grundgesetz nämlich, wo genau solche Grundfeste wie Meinungsfreiheit festgehalten sind. Da Naidoo aber die BRD als solche nicht anerkennt und stattdessen eine GmbH in ihr sieht, erklärt er indirekt auch das Grundgesetz für nichtig. Und öffnet damit jedem verfassungsfeindlichen (Ge-)Pöbel und jeder Form von Anarchie Tür und Tor.
  2. Naidoo darf, siehe 1., natürlich alles sagen. Darf man dann aber auch scheiße finden kritisieren dürfen, wenn nicht schon müssen.

4. „Danke Xavier für Deinen Mut!“

Die Amazon-Kommentare zu „Marionetten“ von den Söhnen Mannheims waren eigentlich einen eigenen Artikel wert. Ihr Tenor lautet: Naidoo besitze „Mut“ und „Courage“, so „schonungslos“ Kritik zu üben. Wir finden: Nein, dazu gehört kein Mut. Weil wir hier, siehe Punkt 3.1, in Deutschland leben und nicht in der Türkei, in China oder in Russland. Weil Kritik oft nur dann gut ist, wenn sie konstruktiv daherkommt. Und weil Naidoo als Populist lediglich all die Behauptungen in seinem Lied versammelt, die seit Jahren in den Köpfen zu vieler vermeintlicher Wahrheitsfinder umherirren.

5. „Typisch linksgrünversiffte Systempresse!“

Natürlich, Ihr habt uns erwischt: Wir „Schreiberlinge“ veröffentlichen nur, was unserer Regierung, ihren Verbündeten und den geheimen Mächten dahinter gefällt. Und wenn sich mal wer, wie Euer Xavier, kritisch denen gegenüber äußert, ist es unsere Aufgabe, ihn zu kritisieren, ja niederzuschreiben. Wir seien auch nur Marionetten, heißt es dann, und wüssten nicht, wer die wahren Puppenspieler sind, die uns ja gleichzeitig Ansagen machen. Zur Unterfütterung postet Ihr dann Videos von Volker Pispers‘ Medienkritik dazu oder fordert uns auf, unsere Argumente mit Quellen und Fakten („außerhalb unserer eigenen Verlage“) zu belegen, die Ihr selbst regelmäßig vergesst. Was uns zum nächsten Punkt führt:

6. Reflexartiges Nicht-Ernst-Nehmen des Gegenübers



Die Tränen des Xavier: Jetzt haben die Verschwörungstheoretiker ihre eigene Partei
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