Zurück aus dem Off


Jan Plewka war Sänger von Selig - bis er plötzlich in der Versenkung verschwand. Jetzt ist er wieder da: als Komponist von Filmmusik

Mit Jan Plewka hatte man so richtig eigentlich überhaupt nicht mehr in dieser schnelllebigen Pop-Branche gerechnet. Zu merkwürdig war sein Abgang vor über zwei Jahren als Frontmann der relativ erfolgreichen Hamburger Formation Selig gewesen, zu diffus schienen die Gerüchte um eben diese Entscheidung. Da hieß es einmal, der 30-Jährige habe die Band verlassen, weil er sich mit einer lebensbedrohlichen Krankheit angesteckt habe. Eine anderes Mal war davon die Rede, Plewka habe den Rückzug angetreten, weil er Vater geworden sei. Wieder andere wollten gehört haben, dass Jans Nervenkostüm den Belastungen des Showgeschäfts nicht standgehalten habe.

Den smarten Hanseaten mit dem melancholischen Blick schien das bei aller Brisanz nicht zu kümmern; er tauchte unter, äußerte sich zu keinem der Gerüchte, blieb schlicht dem schlagzeilengeilen Pop-Business fern – um sich dieser Tage überraschend mit dem Soundtrack zum Pennäler-Streifen „Schule“ musikalisch zurückzumelden. Ein großes Aufheben hat der notorische Drei-Tage-Bart-Träger darum nicht gemacht. Er will zu dieser Arbeit auch keine Interviews geben, stellt offiziell einfach nur klar: „Ich habe diesen Soundtrack aufgenommen, weil mir der Film dazu gefällt. Irgendwie fühlte ich mich an meine eigene Schulzeit erinnert.“ Kein Wunder, schließlich dreht sich das Regiedebüt von Marco Petry (25) um eine Gruppe von Kleinstadt-Pennälern und ihre Erlebnisse kurz vor dem bevorstehenden Abitur. Doch Kritiker monierten umgehend, „Schule“ sei „für eine Komödie zu wenig witzig und für ein Drama zu belanglos“ geraten. Und der Soundtrack, zu dem Jan Plewka zehn von 17 Stücken beigesteuert hat, steht der ziemlich amateurhaften Klasse des Films in nichts nach: Plewka hat zusammen mit Goldkind, dem Berliner Musiker, Komponisten und Produzenten, zwei Hand voll Stücke aufgenommen, die langweilig und mit einem drögen Beat daherkommen. Sie untermalen einen Streifen nahe an der TV-Soap, der auch inhaltlich vom schlappen Rhythmus infiziert zu sein scheint. www.schule-derfilm.de