Soak

Before We Forget How To Dream

Rough Trade/Beggars/Indigo

Irische Singer/Songwriterin zwischen Farmhouse-Look und Rambo-Stirnband.

Als Freund schöner Kunstwörter freut man sich über die Neuschöpfung Soak: halb Soul, halb Folk – und Künstlername der Irin Bridie Monds-Watson. 18 Jahre alt ist sie, was an sich noch kein Grund ist, ihre Lieder anders zu beurteilen: Nick Drake war auch nicht viel älter, als er die Songs von FIVE LEAVES LEFT schrieb. Soak sieht ein bisschen aus wie die nette irische Cousine von King Krule. Sie scheut sich nicht, ihre klugen Lieder alleine mit einer viel zu großen akustischen Gitarre vorzutragen, im Fernsehen trug sie dazu einmal eine Fliege, beim Glastonbury-Festival ein Rambo-Stirnband, auch Auftritte in der Kleidung irischer Bauernfrauen sind überliefert, konstant sind lediglich die großen Ohrstecker.

Soak spielt äußerlich mit den Erwartungen, aber wenn sie damit von ihren Songs ablenken möchte, gelingt ihr das nicht: „B A Nobody“ oder „Sea Creatures“ sind eindringliche Kompositionen, die im weiten Feld zwischen der hammerharten Authentizität von Damien Rice und den transzendenten Neo-Shoegazern Beach House ihre Heimat finden. Der volle Klang des Albums führt einige Songs gefährlich nahe an Befindlichkeitssongwriter heran, andere Stücke wie „Garden“ oder „Blud“ klingen dagegen so luftig, dass Soaks Harmonien zusätzlichen Aufwind bekommen. Mit ein bisschen Glück sind das die Lieder, die in diesem Sommer Ed Sheeran vom Äther jagen. Und das wäre so schlecht nicht.