Kristofer Åström :: The Story Of A Heart’s Decay

Korrekte Anordnung, nicht gar so spannende Songs: Das neue Album des Schweden lahmt den Vorbildern des 70s-Rock- und Pop hinterher.

Für diese Platte hätte Kristofer Åström sich mit dem bekennenden Devolutionär Billy Childish zusammentun können, THE STORY OF A HEART’S DECAY gebührt auch eine Childish-Plakette für korrekten Konservatismus. Der 41-jährige Schwede hat die Platte unter Live-Bedingungen in der Göteborger „Radiofoniska Werkstad“ eingespielt,bei den Aufnahmen kein Ins­trument und kein Mikrofon verwendet, das nach 1978 gefertigt wurde.

Das ist so ziemlich genau das Jahr, in dem Childish sich von der Rockmusik verabschiedete, weil Equipment und Technologie ihr angeblich das Herz geraubt hatten – so geht zumindest seine Argumentation. Åström ist zwar weit davon weg, sich im Dogma dieses Rock-Retrophilen einzurichten, er macht auch gar nichts falsch in diesen unspektakulären, um sachte Hooklines und seidenmatte Refrains kreisenden Singer/Songwriterstücken. Aber vielleicht nimmt genau das ihnen ein wenig die Kraft.

Die Songs lahmen den großen Vorbildern aus den 70er-Jahren hinterher, anstatt deren Geistern nachzuspüren und eine eigene Lingua für das Déjà-vu zu finden, sich auf eine intensive Auseinandersetzung mit all ihren Tücken einzulassen. Sicher hat Åström kein Sicherheitsnetz über seinen Songpark legen wollen, aber diese „Story“ hier über den Verfall eines Herzens kommt überwiegend wie eine brave Ode an Jackson Browne und Alex Chiltons Big Star daher, an Tom Petty, Badfinger und Fleetwood Mac. Billy Childish wäre damit dann doch nicht einverstanden gewesen.

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