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Fotos und Nachberichte

10 Highlights beim Reeperbahn Festival 2016

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Zum elften Mal fand vom 21. bis 24. September 2016 das Reeperbahn Festival statt. In dieser Größenordnung (38.000 Besucher, darunter 4.400 Delegierte aus der Musikbranche) ist die viertägige Veranstaltung die größte in Deutschland, die mit Konferenzen, exklusiven Empfängen und Awards ein attraktiver Vernetzungspunkt für Verantwortliche der Musikindustrie ist.

Wer die ganz großen Bandnamen sucht, ist an diesen Tagen an der bekanntesten Straße Deutschlands wohl fehl am Platz, denn neben Headlinern wie den spontan angekündigten Biffy Clyro oder den Wild Beasts ist das Festival vor allem eine Möglichkeit, junge Künstler zu entdecken. Da schmerzt es auch weniger, dass ein Peter Doherty kurz vorher seinen Auftritt absagen muss oder der „Gossip Girl“-Schauspieler Penn Badgley mit seiner Band MOTHXR nur Fangirls verzücken kann. Hier sind unsere zehn spannendsten Momente des diesjährigen Reeperbahn Festivals:

Donnerstag beim Reeperbahn Festival: Die Prinzenbar ist der „place to be“

Yung

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Mikkel Holm Sillkjær alias Yung Shord zeigt sich auch auf der kleinen Bühne der Prinzenbar kompromisslos. Er schreit, er fleht, er drangsaliert seine Gitarre und füllt den kleinen Raum zum zerbersten voll mit Emotionen. Live wird erst richtig deutlich, wie sehr sich Yung die alte Tugend Jesus And Mary Chains angeeignet haben, Phil-Spector-Pop-Melodien hinter nichts als reinem Krach zu verstecken.

Dominik Sliskovic

Kero Kero Bonito

Bunt durchgemischt ist die Donnerstagnacht im Prinzenclub: Nach den Gitarren-Bands Der Ringer und Yung tritt mit der britischen Band Kero Kero Bonito die wohl ausgeflippteste Band des gesamten Festivals auf. Sarah Midori Perry singt in Japanisch und Englisch über die J-Pop und PC Music ähnelnden Beats der Produzenten Gus Lobban. Mit Flamingo-Kuscheltier und Doktorhut verwandeln Kero Kero Bonito das sonst eher verhaltene Reeperbahn-Publikum in einen energiegeladenen Anime-Rave.

Louisa Zimmer

Der Ringer

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Ein Heimspiel für Der Ringer und sie zeigen während ihres Auftritts, wieso sie als eine der spannendsten Bands des Landes gelten. Die Songs wirken unterkühlt und strahlen einzig die Wärme einer Neonröhre aus. Pech für Der Ringer: Etwa zur Hälfte des Sets springt die Bühnensicherung heraus – und niemand kommt um das Problem aus der Welt zu schaffen. Irgendwann entschließen sich die Musiker dazu, selbst Elektriker zu spielen und bringen ihren Gig nur über die eine Hälfte der PA zu Ende.

Max Hartmann
Max Hartmann


Neue Alben, die 2018 erschienen sind
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