Highlight: Die 50 besten Songs des Jahres 2017

Radar

5 frische Newcomer, mit denen Ihr in den Sommer starten könnt

Lea Porcelain

Julien Bracht und Markus Nikolaus, zusammen Lea Porcelain, haben zwei Jahre lang an ihrem Debütalbum HYMNS TO THE NIGHT gearbeitet. Seit sie im vergangenen Jahr ihre erste EP „Out Is In“ veröffentlicht haben, staunt man über den vibrierenden, dunkel schillernden Postpunk-Entwurf dieses Duos aus Frankfurt am Main. Lea Porcelains Songs gleichen häufig Collagen, geschrieben und aufgenommen an verschiedenen Orten der Welt. Die Idee für den Albumtitel „Hymns To The Night“ kam ihnen schließlich, als Nikolaus „Hymnen an die Nacht“ von Novalis las. Vielleicht klingt „Hymns To The Night“ deshalb so zeitlos, beseelt vom Manchester-Sound und doch nah an der Gegenwart.

­­­­Klingt wie: Joy Division, The XX, Echo and The Bunnymen

Mehr zu Lea Porcelain findet Ihr in der Musikexpress-Ausgabe 07/17.

Wandl

Notorische Trendjäger kennen ihn als Schlüsselproduzenten der neuen Hip-Hop-Welle um Yung Hurn und Crack Ignaz. Dabei ist Wandl eine Ein-Mann-Band – mit alter Seele und jeder Menge frischer Ideen. Mit 13 begann Lukas Wandl, am Laptop Beats zu basteln; parallel schrieb er zum Spaß Texte und studierte auf Limewire alles von Noise und Death Metal bis 90s-Pop, immer auf der Seite nach dem Sweetspot zwischen Kitsch und den abyssischen Abgründen der menschlichen Seele.

Besonders in den letzten zwei Jahre vergrub sich der heute 22-Jährige tief in seine Leidenschaft. Bis zu zehn Stunden täglich verbrachte er mit Reason und Rhodes. Ein Teil dessen, was dabei entstand, bildet nun Wandls erstes echtes Soloalbum IT’S ALL GOOD THO. Verrauschte Beats, verschiedene Instrumente und Wandls dezent in den Hintergrund gemischte Stimme fügen sich zu einem herzenswarmen Neuen, das gleichzeitig im besten Sinne alt und vertraut klingt.

Klingt wie: J Dilla, Frank Ocean, Yung Hurn

Hier geht es zur Rezension des Albums IT’S All GOOD THO. Mehr zu Wandl gibt es im Musikexpress vom Juli.

Noga Erez

Diese Frau kann Einiges. Nach dem Ausprobieren von Indie-Folk und Jazz, leistet Noga Erez ab sofort M.I.A. Gesellschaft auf dem Elektro-HipHop-Thron. OFF THE RADAR heißt das erste Album dieser israelischen Künstlerin, die selbst mit gesellschaftskritischen Statements zu Konflikten um ihre Heimat nicht hinter dem Berg hält. Dicke Bässe, fette Beats und reichlich Autotune stützen ihre starke Stimme. Breitbeiniges Empowerment, Wumms besitzen und bloß keinen Schritt zurückgehen: Gimmicks, die sowohl musikalisch als auch politisch dringender nicht sein könnten. Noga Erez schafft, das Ganze nicht nur wütend, sondern auch verspielt, verträumt und melancholisch klingen zu lassen.



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