50 Cent


Karl-May-Festspiele revisited: 50 Cent liefert auf der Büh- ne ein Wildwest-Theater für kleine Gangster.

Das Familien-Publikum bei den Karl May Spielen in Bad Segeberg mag optisch mit den perfekt verkleideten bayerischen Vorstadt-Gangstern beim 50 Cent-Konzert wenig gemein haben – die Sehnsüchte hinter den großen Augen aber sind hier wie dort die selben. In der traditionsreichen Westernstadt wie auch im Konzertsaal bei Eminems Lieblingsrapper trifft man sich mit Freunden, um eine virtuelle Reise in die gesetzlosen Regionen der so wilden, abenteuerlichen USA zu machen, auf der man furchtlosen, muskulösen Männern zusieht, wie sie vor Pappkulissen amerikanischer Städte rumschießen und Sprüche klopfen. Mag Curtis Jackson alias 50 Cent auch mehr Credibility haben selbst Winnetou wurde nur von einer Kugel getroffen -, die Höhepunkte des ,.0ld Surehand „-Programms in Bad Segeberg waren in diesem Jahr nicht von schlechten Eltern:

.Eine brennende und einstürzende Hängebrücke, romantische Szenen mit Old Surehand, komische Eskapaden mit Lord Costtepool, Wddwest-Action mit Winnetou und Old Shatterhond und ein temperamentvoller Satoon-Song (.Eine Lady, die braucht kein Gewehr) mit Mutter Thick“. Kostenpunkt: 22 Euro. Ließ sich der Eintrittspreis noch locker toppen, so hielt 50s Ghetto-Theater nur mit Mühe mit: Funkenregen über einer New York-Kulisse mit Freiheitsstatue, Explosionen, romantische Blaxploitation-Filmclips mit Richard Roundtree, langweilige Eskapaden mit dem farblosen Fabulous, klischeehafte Gangster-Action mit 50 und seinen Freunden und zahlreiche Dr. Dre-produzierte, mehr oder weniger temperamentvolle Club-Hits, von denen j.e.d.e.r. mit einem Schuss endete. DieXeinwände zeigten während der Songs unzählige Morde und eine Nachstellung des Drive-By Shootings, das 50 beinahe das Licht ausgelöscht hätte, unterbrochen von Werbe-Clips für die Klamotten seiner G-Unit-Kollektion zu ohrenbetäubenden Durchlade- und Schussgeräuschen. Reichlich Posing für einen Mann, der auf dem Weg zum Konzert, umgeben von Bodyguards, vor Angst auf allen Vieren aus seiner Limo gekrochen war. Christoph lindemann >>>

www.50Cent.com Und? Wie war’s?

Die Deftones hatten einen miesen Sound – aber abgesehen davon war es ein gutes Konzert. Ich hatte gehofft, dass sie vielleicht noch zusammen mit A Perfect Circle was machen. Jannis Ntobaz (28) Uns hat ’s ganz gut gefallen. Die komische Beleuchtung zwischendurch war zwar etwas daneben, aber ansonsten war es toll: wie sie sich bewegt hoben und die Songauswahl. Cool, doss sie auch Songs vom Pony-Album gebracht haben. Claudia Gödde (19) & Karin Enderle 1181 Dos war dann doch nicht so gut. Der Sound war nicht mehr als ein diffuser Brei und auch die Stücke tendierten stark in Richtung Einheitsbrei. Sie schleppen sich tangsam und langweilig vorsieh hin, haben kaum Breaks. kaum Tempi-Wechsel. Schade.

Daniel Mooz 127] & Hennig Adams (251