Das madonna Phänomen Diederichsen. Dormagen, Penth & Wörner

Daß Madonna wenig mit Musik zu tun hat, ist heute eine Binsenweisheit. Die Selbstinszenierung der Pop-Ikone hat sie über die Jahre zu einem Produkt werden lassen, einer personifizierten Strategie und Pop-Philosophie, deren Symbolik exemplarisch für die späten Achtziger Jahre geworden ist und deren Einfluß deswegen nicht nur Rock-Kritiker beschäftigt, .Das Madonna-Phänomen“, eine Sammlung dreier Essoys über die sozio-kulturelle Funktion der Sängerin, könnte auch den Titel tragen: ,Ob sie das, was sie hier über Madonna lesen, wissen wollten oder nicht, sie wären auf jeden Fall nicht in der Lage gewesen, es selber zu erdenken.“ Spex-Chefideologe Diedrich Diedrichsen und andere kluge Menschen analysieren Madonnas Rollenspiel mit wissenschaftlicher Akribie, die letztendlich überrasehend unterhaltsam wirkt, weil sie die Denkmodeile gängiger Popmusik-Theorien sprengt. Ein wenig Gehirnakrobatik für den kritik-unfähigen Musikhörer vielleicht, dabei fast amüsant in seiner Ernsthaftigkeit, denn großartig neue Erkenntnisse können die Vordenker des „Madonna Phänomen“ auch nicht gewinnen. Und außerdem: Wer spricht denn heute noch viel von Madonna?