Ginuwine – The Life :: R’n’B

Vielleicht hat ja Soul-Superstar Ginuwine eine Affinität zu Cowboys, sein Hit „Pony“ könnte so etwas vermuten lassen. Am Mut der tapferen Westernhelden gebricht es dem Ausnahme-Performer allerdings-zumindest was seine Bereitschaft zum Wagnis in Hinblick aufs Songwriting und die Arrangements betrifft. Seinen stolpernden Style, der ihm eine besondere Position in der R’n’B-Szene sichert, reizt er immer nur so weit aus, wie er meint, dass es auch simplere Mainstream-Gemüter ertragen können. Auch sein drittes Album The Life macht da keine Ausnahme. Ginuwine zimmert sich hochkarätige Song-Colliers zusammen wie das rau-samtene „2 Way“, das geschmeidig einschmeichelnde „So Fine“ oder das verdreht hiphoppige „That’s How I Get Down“, die genug Gründe dafür liefern, schon mal eine Ginuwine-Büstefürdie Soul-Songwriter-Walhalla in Auftrag zu geben. Aber dazwischen verfällt er leider immer wieder in höchstens halb inspirierte Balladenmuster zurück, die im besten Fall noch eine eigene Handschrift erkennen lassen, im schlechtesten Fall allerdings einfach nur den gängigen Mustern folgen. Beseelt und einschläfernd-der Ginuwine zeigt mal wieder zwei Gesichter.

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