Attwenger :: Flux

Avantgarde am Akkordeon? Nicht unbedingt. Attwenger mögen mit ihren Variationen auf Volksmusik keine Vordenker mehr sein. Dafür ist Flux über weite Strecken verblüffend agil.

Man versteht einfach kein Wort. Selbst als Süddeutscher muss man an Flux zerren und ziehen und biegen, um so etwas wie einen Wortsinn zu finden in dem, was Markus Binder und Hans-Peter Falkner da brummeln. Nichts Neues bei Attwenger, deren moderner Take des klassischen Instruments Akkordeon und der Volksmusik Oberösterreichs immer schon in erster Linie über die Akustik funktionierte. Nur: Will das die Mehrheit noch hören? Kann man Großwerken wie Pflug (1992) und dog (2005) noch Essenzielles beifügen? Flux enthält sich einer Antwort, indem es zuerst einmal Spaß macht. Das Akkordeon wird – nicht unbedingt neu – zum Gitarrenersatz, zitiert wird in den ersten Nummern alles zwischen Eddie Cochran und Lonnie Donegan. Im weiteren Verlauf wechseln die Tempi und Aggregatzustände, tauchen längere Querverweise zur frühen Ersten Allgemeinen Versicherung auf und kürzere zu Landler und Psychedelic (bemerkenswert: „Fressn“). Am schönsten: die forsch flirrende Speed-Polka „Hausn“. Und dass man nix versteht, ist gar nicht so schlimm.

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