„Fight Club“-Zensur in China: So denkt Autor Chuck Palahniuk darüber


Im Vergleich zum fulminanten Finale in David Finchers Film ist das chinesische Ende fast nüchtern gehalten. Tyler Durden ist der Staatsgewalt darin klar unterlegen – und Autor Chuck Palahniuk kann dem etwas abgewinnen.

+++ Achtung, Spoiler +++

Der 1999 erschienene Kultfilm „Fight Club“ erhielt beim chinesischen Streamingdienst Tencent Video ein alternatives Ende. Der Autor der Buchvorlage Chuck Palahniuk äußerte sich nun zur zensierten Verfilmung seines Romans.

Wie „Fight Club“ ohne Brad Pitts Tyler Durden aussähe

Palahniuk hat gemischte Gefühle gegenüber der Neuerung. Eines gefällt ihm daran: Die neue Version ähnele seinem Roman mehr, als das Ende der Filmversion von Regisseur David Fincher. „Das Ironische dabei ist, dass die Chinesen das Ende fast genau an den Schluss des Buches angepasst haben, im Gegensatz zu Finchers Finale, das dafür visuell spektakulärer war“, so der Autor. „In gewisser Weise haben die Chinesen den Film ein wenig zurück zum Roman gebracht“.

Im Zuge der Zensur wurde das ursprüngliche Ende komplett gestrichen

In Finchers Version endet der Film mit explodierenden Bankgebäuden und dem Zerschlagen der Konsum-Gesellschaft. Bei der chinesischen Variante wird hingegen bloß ein nüchternes Standbild mit Text eingeblendet.

Darin ist Folgendes zu lesen: „Die Polizei ist dem Plan auf die Schliche gekommen und alle Beteiligten wurden verhaftet, wodurch das Explodieren der Bombe verhindert wurde. Im Anschluss an das Gerichtsverfahren wurde Tyler in eine psychatrische Klinik eingewiesen und dort behandelt. 2012 wurde er entlassen“.

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Das chinesische alternative Ende gleicht der Buchvorlage des Filmes jedoch nicht komplett. Auch gegen Ende des Romans wird Tyler in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Doch dort angekommen, entdeckt er, dass einige seiner Mitstreiter als Angestellte im Krankenhaus arbeiten. Diese erzählen Tyler, dass weiter alles nach Plan liefe und dass seine Rückkehr erwartet würde.