Von 1 auf 35: Robbie Williams‘ BRITPOP-Album bricht dramatisch ein
Nach Beatles-Rekord folgt der Absturz: Robbie Williams' BRITPOP fällt in Woche 2 von Platz 1 auf 35. Was hinter dem dramatischen Chart-Kollaps steckt.
Robbie Williams hat mit BRITPOP zwar den Beatles-Rekord gebrochen. Doch das Album erweist sich schon in der zweiten Woche als krachende Enttäuschung in den UK-Charts.
Tiefer Fall nach Rekordwoche
BRITPOP debütierte am 29. Januar auf Platz 1 der UK-Albumcharts und machte Williams mit nunmehr 16 Nummer-eins-Alben offiziell zum alleinigen Rekordhalter vor den Beatles, die es auf 15 Spitzenreiter-Platten gebracht haben. Bereits in der zweiten Woche fällt das Album jedoch von Rang 1 direkt auf Platz 35.
Der Sturz illustriert, wie dünn die Basis dieses Rekords ist. Für Williams sind Abstürze dieser Art jedoch kein Novum: Der Ende 2024 veröffentlichte Soundtrack zu seinem Biopic-Flop „Better Man“ war im Vereinigten Königreich ebenfalls sofort auf Platz 1 gegangen, hielt sich insgesamt aber nur eine einzige Woche in den Top 100. Auch hier zeigt sich: Die Fanbasis sorgt noch für eindrucksvolle Einstiegszahlen, doch die Plateauphase, in der es sich frühere Alben des Ex-Take-Thatters bequem machen durften, bleibt komplett aus.
Seine fünf erfolgreichsten UK-Alben
Zum Vergleich: Diese fünf Alben stellen seine größten Erfolge im UK dar – mit massiv höheren Verkäufen und deutlich längerer Verweildauer in den Top 100.
1. GREATEST HITS (2004)
Verkäufe: 2,7 Millionen
Wochen in den britischen Top 100: 135
2. I’VE BEEN EXPECTING YOU (1998)
Verkäufe: 2,6 Millionen
Wochen in den britischen Top 100: 133
3. SWING WHEN YOU’RE WINNING (2001)
Verkäufe: 2,5 Millionen
Wochen in den britischen Top 100: 85
4. SING WHEN YOU’RE WINNING (2000)
Verkäufe: 2,3 Millionen
Wochen in den britischen Top 100: 77
5. LIFE THRU A LENS (1997)
Verkäufe: 2,1 Millionen
Wochen in den britischen Top 100: 147
Diese Katalog-Titel hielten sich teilweise über Jahre in den Charts – Dimensionen, von denen BRITPOP aktuell nur träumen kann.
Singles: Schon lange kein Hit mehr
In den UK-Singlecharts sieht es nicht viel rosiger aus: Dort hat Williams als Solo-Künstler die Top Ten zuletzt 2013 mit „Go Gentle“ aus seinem zweiten Swing-Album SWINGS BOTH WAYS erreicht; seither gelang ihm kein eigener Hit in den oberen Zehn mehr. Spätere Top-Ten-Platzierungen verdankt er vor allem Charity-Projekten und Ensemble-Singles, bei denen sein Name im Kollektiv aufgeht. Während also das Album-Format ihm immerhin noch Rekordzahlen beschert, ist seine Solo-Präsenz in den Singlecharts seit über einem Jahrzehnt merklich erodiert.
Diese Chartverläufe zeichnen das Bild eines Stars, dessen Mythos momentan größer ist als die tatsächliche Realität. Oder, um sein einziges Studio-Album zu paraphrasieren, das es im UK nicht auf Platz eins geschafft hat: Legend Killed The Reality Star.






