Archive

GLASS MINDS

Dangervisit/PIAS (VÖ: 27.2.)

Langsam, aber gewaltig: Schleichrock von den Alternative-Veteranen.

Als Archive vor 30 Jahren ihren Alternative-Prog-Electro-Trip starteten, befand sich die Britpopbewegung in der Auslaufrille, und da wirkte es beinahe erfrischend, dass das Kollektiv auf seinem Debütalbum LONDINIUM mit gebotener Ernsthaftigkeit und Schwere daherkam. 13 reguläre und noch mal so viele Soundtrack-, Remix- und Live-Alben später ergeht es einem beim Hören von GLASS MINDS wie im letzten Sommer im Stadion bei der Live-Rückkehr von Oasis: Hat sich ja gar nix verändert! Ernst und schwer klingen Archive noch immer. Wie Pink Floyd als Indie-Band.

Die Musik dröhnt und raunt, Synthies türmen sich auf, die Beats sind langsam, aber gewaltig, ein E-Piano spielt eine traurige Melodie. Kein Wunder, dass Archive in einem schweren und ernsten Land wie Deutschland einen zweiten Hauptmarkt für ihre Musik gefunden haben.

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Beeindruckend ist, dass Projektleiter Darius Keeler auch im Jahr 2026 nicht von der Album-Idee abrückt: Kein Stück unter fünf Minuten, die Spannungsbögen sind lang, die Produktion bis ins letzte Outro hinein extrem aufwendig. Und mit „Look At Us“ gibt’s zwischendrin sogar eine Art Pophit.

Diese Review erscheint im Musikexpress 3/2026.