Owen Pallett, Hercules And Love Affair, Neil Young – die Platten der Woche vom 23. Mai 2014

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Album der Woche: Owen Pallett – IN CONFLICT

Gibt es im Indie-Rock-Universum nur einen einzigen Menschen, der sich mit Streichinstrumenten auskennt? Die Frage drängt sich auf, wenn man sich durch den Schwarm von Bands scrollt, der die Dienste vom kanadischen Violinisten und Arrangeur Owen Pallett, ehemals und bis zu einem 2010er Rechtsstreit mit einem Spiele-Entwickler als Final Fantasy bekannt, in Anspruch genommen hat: Arcade Fire, The National, Franz Ferdinand, Pet Shop Boys und Fucked Up, um nur die bekanntesten zu nennen.

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Hercules And Love Affair – THE FEAST OF THE BROKEN HEART

Es gibt wohl kaum eine andere „Musikgruppe“, auf die die inflationär verwendete Zuschreibung „Projekt“ besser passt als Hercules & Love Affair. Einzige Konstante: Projektleiter Andy Butler, der mit jedem neuen Album eine neue Besetzung auffährt. Im Falle des dritten Albums THE FEAST OF THE BROKEN HEART lässt sich nicht genau bestimmen, ob John Grant, Rogue Mary, die Belgierin Gustaph und Krystle Warren, die sich hier, nun ja, das Mikrofon in die Hand geben, lediglich „Features“ sind, oder aktuelle Mitglieder des Projekts, was aber letztlich auch egal ist, weil morgen schon alles ganz anders sein wird.

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Neil Young – A LETTER HOME

„Hi Mom, it’s great to talk to you … I’m glad to be able to send you this message and tell you how much I love you.“ Wir hören die Stimme von Neil Young, die Botschaft ist an seine verstorbene Mutter gerichtet. Und sie klingt, als hätte man sie auf einer Wachswalzenaufnahme aus dem Jahr 1915 wiederentdeckt. Das ist eine schöne Volte, nachdem Neil Young zuletzt den von ihm konzipierten Player und Musikdienst Pono vorstellte, ein hochaufgelöster Angriff auf den komprimierten MP3-Standard. Klangverbesserung fürs Volk, Kickstart-Finanzierung!

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Sam Smith – 
IN THE LONELY HOUR

Den Start seiner Karriere hätte Sam Smith kaum besser gestalten können. Als Stimme vom Disclosure-Hit „Latch“ setzte er gleich ein unvergessliches Zeichen. Seitdem wartet die Musikwelt auf sein Debüt, dessen Vorbote, die Single „Money On My Mind“, die hohen Erwartungen erfüllte. Auf Albumlänge muss man zwar ein paar Abstriche machen, aber insgesamt sammelt Smith mit IN THE LONELY HOUR Pluspunkte. Das liegt in erster Linie an seiner außergewöhnlich wandlungsfähigen Stimme, die selbst aus vorhersehbaren, recht konventionell instrumentierten Songs wie „Stay With Me“ oder „Leave Your Lover“ noch ein Ereignis macht.

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Archive – AXIOM

Nach jeder Album-Veröffentlichung bekamen Archive zu hören, dass sie mal wieder einen Soundtrack zu einem Film komponiert haben, der noch gar nicht existiert. Oder, dass es unbedingt einen Film zum neuen Album geben müsste, aber letztendlich scheiterte die Idee immer an der Finanzierung. Dieses Kapitel wurde nun geschlossen. Die im TripHop der frühen 90er-Jahre groß gewordenen Briten konnten mit dem Spanier Jesus Hernandez einen Regisseur finden, der ihre Musik visualisierte, der die vorgelegten Sounds gar wie eine Script-Vorlage las.

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Little Barrie – SHADOW

Wann und wo ist ein sinnvolles Einsatzgebiet für das neue Album von Little Barrie? Morgens in der U-Bahn? Zu einschläfernd. Während der Arbeit? Zu entschleunigend. In einem Club? Zu deprimierend. Seit 15 Jahren machen Little Barrie nun schon gemeinsam Rock’n’Roll, hier und da mit Soul, Funk und R’n’B-Einflüssen, jedoch immer mit verzerrten Gitarren und Barrie Cadogans Stimme, die klingt, als würde er den lieben langen Tag Eiswürfel lutschen. In Abgrenzung zum Vorgänger KING OF THE WAVES, das mit Surf und Psychedelic gespickt war, sollte es auf der neuen Platte nun rauer, etwas düsterer zugehen.

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