Maulkorb für Bad Bunny? NFL-Boss verbietet Politik beim Super Bowl

NFL-Commissioner Roger Goodell nach Bad Bunnys Grammy-Rede: Politische Statements haben beim Super Bowl nichts zu suchen. Die Hintergründe.

In der Nacht von Sonntag, den 8. Februar 2025, findet mit dem 60. Super Bowl im kalifornischen Santa Clara eines der größten Sportevents des Jahres statt. Während die beiden besten Teams der NFL um die begehrte Vince-Lombardi-Trophäe kämpfen, liegt traditionell auch ein großer Fokus auf der Halbzeitshow des Spiels. In dieser wird der puerto-ricanische Reggaetón-Künstler Bad Bunny auftreten. Ob er sich neben der Musik auch zum Politik im Land äußern darf, steht nun im Fokus.

Politische Statements während der Show?

Die gesellschaftspolitische Lage in den USA ist aufgeheizter denn je. Seitdem Donald Trump seine zweite Amtszeit antrat, herrscht insbesondere gegenüber lateinamerikanischen Migrant:innen ein rauer Ton. Die Zoll- und Einwanderungsbehörde ICE setzt Abschiebungen auf radikale Art und Weise durch. Dafür ernten diese und die Trump-Administration viel Kritik, teilweise wurde gegen das Vorgehen demonstriert. Hierbei kam es in den letzten Wochen insbesondere in der Stadt Minneapolis zu Eskalationen zwischen Demonstrant:innen und Behörden. Bei Aufeinandertreffen zwischen diesen wurden drei Menschen von ICE-Agenten getötet.

Am Sonntag, den 1. Februar 2026, wurden die Grammys verliehen – und auch sie wurden zur Schaubühne für politische Statements. Bad Bunny, der den Preis für das Album des Jahres gewann, nutzte seine Dankesrede für folgende Anti-ICE-Worte: „Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!“ Zudem machte er sich für seine lateinamerikanischen Mitmenschen in den USA stark: „Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen; wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.“

Nun steht mit seinem Super-Bowl-Auftritt der nächste große Termin an, den er für ein Statement nutzen könnte. Die Frage lautet: Wird es auch auf der großen Bühne des Super Bowls politisch? Und wer will es ihm verbieten? Nun ja …

NFL-Boss mit klarem Statement

Am Montag, 2. Februar 2026, gab NFL-Commissioner Roger Goodell eine Pressekonferenz, um einen Ausblick auf die anstehende Veranstaltung zu geben. Hierbei wurde er zu zwei Dingen befragt: Wie es um die Präsenz von ICE-Agent:innen rund um das Spiel am Sonntag in Santa Clara steht und ob er ein ähnliches Statement von Bad Bunny wie bei den Grammys erwarte. Zu Ersterem sagte Goodell bloß, dass er den stets hohen Sicherheitsstandard wie in den Jahren zuvor einhalten wolle. Beim Thema Halbzeitshow wurde er allerdings deutlicher. So erklärte er den Reporter:innen, dass der Super Bowl nicht der Zeitpunkt für spaltende politische Äußerungen sei und er glaube, dass Bad Bunny diese Aufgabe „verstanden“ habe.

Über den Künstler sagte er zudem: „Bad Bunny – das wurde gestern Abend ja schon bewiesen – ist einer der größten Künstler der Welt.“ Weiter ergänzte der 66-Jährige: „Das ist einer der Gründe, warum wir ihn ausgewählt haben. Aber der andere Grund ist, dass er die Bedeutung dieser Plattform verstanden hat. Diese Plattform dient dazu, Menschen zu vereinen, sie mit ihrer Kreativität und ihren Talenten zusammenzubringen und diesen Moment dafür zu nutzen. Artists haben das in der Vergangenheit bereits geschafft. Ich glaube, Bad Bunny versteht das, und ich bin überzeugt, dass er eine großartige Performance abliefern wird.“

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Die Botschaft des NFL-Bosses ist klar: Politische Statements, die die Menschen eher von einander trennen als sie zusammenzubringen, sind unerwünscht.

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