FIFA-Spieler lachen das neue FIFA-Spiel „FIFA Heroes“ aus

Seit Jahren warten Gamer auf eine angekündigte Deluxe-Fußballsimulation mit dem FIFA-Label. Was sie jetzt bekommen, ist ein schlechter Witz.

Vor drei Jahren beendete die FIFA ihre 30 Jahre währende Kooperation mit EA Sports. Der Videospielentwickler produzierte Jahr für Jahr eine Fußball-Simulation, die wegen ihrer realistischen Präsentation von Gamern geliebt, wegen ihres stets problematischen Gameplays aber immer wieder in der Kritik stand.

Nun heißt das nach wie vor hochbeliebte Spiel eben EA Sports FC. Das hat vor allem finanzielle Gründe: Die FIFA soll für die Verlängerung der Namensrechte rund 1 Milliarde US-Dollar für einen Vierjahreszyklus verlangt haben, was EA als zu hoch ablehnte. Die Lizenzen an Namen und Gesichtern – das eigentliche Gold dahinter – blieb allerdings erhalten, nur der Name änderte sich.

FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigte nach der Trennung allerdings an, dass der Verband eine eigene Fußballsimulation entwickeln wolle. Infantino betonte, dass nur das Spiel, das den Namen „FIFA“ trägt, das „beste“ und „authentischste“ für Fußballfans sein werde.

Jahrelang passierte nichts und EA Sports FC blieb erst einmal konkurrenzlos. Nun macht die FIFA aber doch ernst, allerdings ist das, was nun mit „FIFA Heroes“ präsentiert wird, eher ein schlechter Witz. Statt einer Highend-Simulation bekommen Spieler für PlayStation, Xbox, Nintendo Switch und vor allem ihre Smartphones ein comichaftes Arcade-Spiel, bei dem man mit 5 gegen 5 spielt.

„FIFA Heroes“: Mit Thor Tore schießen

Doch wer nun glaubt, dass sich hier schnelle Spiele zwischen Kane, Wirtz, Mbappé und Haaland entwickeln, der hat nicht mit dem Spielwitz der FIFA gerechnet. Um dem Titel auf albernste Art gerecht zu werden, treten auch Turnier-Maskottchen und sogar mythologische Helden wie Thor (ja, genau, der mit dem Hammer!) gegeneinander an.

Die Zielgruppe, die angesprochen werden soll, ist offenbar eher jünger. Der Fokus liegt auf Skill-Moves und chaotischen Spielmomenten mit Action-Items wie Magnetfeldern, um den Ball anzusaugen, oder Super-Schüssen. Das Spiel, das am 28. April erscheint, erinnert so am ehesten an den Nintendo-Fußballaction-Titel „Mario Strikers: Battle League Football“. Die ersten Demo-Bilder wirken zum Teil wie eine schlechte Kopie, das Gameplay macht zudem für ein Arcade-Spiel eine erschreckend lahme Anmutung.

Recht eigentlich blamierte sich die FIFA schon mit dem ersten Trailer für das Game, das nicht einmal Spielszenen zeigte, sondern nur animierte Spielsequenzen. Doch seitdem erste In-Game-Videos zu sehen sind, will der Spott gar nicht mehr abreißen. Natürlich ist jedem Fan sofort ersichtlich, dass es sich nur um ein Fun-Game für zwischendurch handeln soll, aber die vom Weltfußballverband selbst geweckte Erwartung, einen echten Konkurrenten zum (immer auch kritisch beäugten) Klassiker von EA Sports in die Welt zu setzen, wird maßlos enttäuscht.

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In Foren wie Reddit regiert absolute Häme. Ein User schrieb etwa sarkastisch: „EA muss sich schwarzärgern, dass sie diese Lizenz verloren haben – sie könnten jetzt Spiele wie dieses machen!“. Manche verlachen es als „Fifa mit Superhelden“. Bleibt abzuwarten, ob die FIFA nach der WM nicht doch noch eine anständige Simulation vorlegt. Gerüchteweise zieht es der Verband vor, in Kooperation mit Konami im E-Sports-Bereich zu punkten.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.