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Japanese Breakfast über den Soundtrack zum Game „Sable“

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Michelle Zauner ist zurecht gerade in aller Ohren und Munde. Anfang des Monats veröffentlichte sie als Japanese Breakfast ihr drittes Album „Jubilee“, das unsere Kollegin Christina Mohr in ihrer Review sehr treffend so beschrieb: „Der 80ies-Sound heilt (fast) alle Wunden: Michelle Zauner feiert das Leben mit goldgelbem Indie-Pop voller Synthies und Saxofon.“ Dafür gab es fünf von sechs Sternen. Der beste Song daraus ist übrigens dieser:

Die Bestseller-Autorin Michelle Zauner

Aber Michelle Zauner hat parallel auch ihrer literarische Karriere furios gestartet. Ihr traurig-schönes Memoire „Crying in H Mart“ ist ein New York Times Bestseller. Darin schreibt sie von ihrem Aufwachsen als „mix-raced kid“, ihre koreanischen Wurzeln und die letzten Jahre mit ihrer Mutter, die an Krebs verstarb. Eine Verfilmung des Buches ist bereits geplant – Soundtrack natürlich: Japanese Breakfast.

„Be Sweet“ auf Simlish für „Die Sims 4: Landhaus Leben“

Videospiele liegen Michelle Zauner augenscheinlich nahe. Kürzlich veröffentlichte sie eine neue Version ihrer Single „Be Sweet“ auf Simlish. Die Fantasiesprache ist so etwas wie eine kultivierte von Babysprache, die mehr auf Betonung, Rhythmus und Emotionen, denn auf Worte sitzt. Den Refrain von „Be Sweet“ hat Zauner ungefähr so umgetextet: „Ya wana baleesh da voo ya wana baleeeeeeeeesh”. Damit reiht sich Japanese Breakfast übrigens in einer erstaunliche Riege an Künstlerinnen ein, denn auch Carly Rae Jepsen und Janelle Monáe sangen schon auf Simlish.

Das Open-World-Adventure „Sable“

Weitaus spannender und intensiver ist jedoch die Arbeit für das Indiegame „Sable“ – ein Open-World-Adventure, das schon 2019 erscheinen sollte und nach diversen Verschiebungen nun vermutlich im Herbst auf Xbox und PC veröffentlicht wird. Von Japanese Breakfast stammt dabei nicht nur der Titelsong „Glider“ sondern auch die Instrumental-Musik, die im Game zum Einsatz kommt.

Das Spiel stammt aus der kleinen Indie-Game-Schmiede Shedworks und wird in Sachen Gameplay ungefähr „The Legend Of Zeld: Breath Of The Wild“ ähneln. Der Aspekt des Erkundens und Entdeckens steht also im Vordergrund. Zauner sagte in einem Interview: „Diese offene Welt vor dir zu haben, die stark auf Naturelemente setzt, Schlangen zu finden und auf Berge zu klettern, hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich.“ Deshalb werde der Soundtrack eher Ambient-lastig sein. „Ein Großteil der Musik ist mit Bildern oder Orten verbunden, die der Game-Designer Gregorios Kythreotis mir gezeigt hat. Es hat Spaß gemacht, auf meine Notizen zu schauen, das Wort ‚Höhle‘ zu sehen und mir vorzustellen, wie es klingen würde, wenn ich in einer Höhle zwischen Glühwürmchen säße.“

Das Spiel und seine Soundtrack-Komponistin wirken mit Blick auf die Trailer auf jeden Fall wie ein Perfect Match. Denn die farbenfrohe, an Graphic Novels von Tillie Walden erinnernden Landschaften und Wesen passen perfekt zur Klangwelt von Japanese Breakfast.


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