Adaptionen

Neben „Tomb Raider“: Diese Videospiel-Verfilmungen lohnen sich

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Die Liste der haarsträubend schlechten Filme, die auf Videospielen basieren, ist lang: „Alone in the Dark“ etwa mit Christian Slater in der Hauptrolle aus dem Jahr 2005, der von der gleichnamigen Survival-Horror-Game-Reihe inspiriert ist, erhält auf der Rating-Website „Rotten Tomatoes“ eine Kritiker*innen-Zustimmung von gerade mal einem (!) Prozent. „House of the Dead“ (2003) schafft es auf der gleichen Skala gerade mal auf vier Prozent, „Schwerter des Königs – Dungeon Siege“ (2007) ebenfalls.

Zugegeben: Die genannten Filme stammen alle von Uwe Boll, der nicht umsonst von vielen Kritiker*innen als womöglich schlechtester Regisseur überhaupt bezeichnet wird. Aber auch in anderen Händen – und auch in der jüngeren Zeit – scheinen Videospiel-Adaptionen schwieriges filmisches Terrain abzugeben: „Hitman: Agent 47“ (2015), „Warcraft“ (2016) oder „Ratchet and Clank“ (2016) – sie alle ließen die Fans enttäuscht zurück.

Doch es gibt auch Filmbeispiele, die beweisen, dass Videospiel-Verfilmungen gelingen können. Zumindest halbwegs. Der am Dienstag (16.03.) um 22.35 Uhr auf RTL gezeigte „Tomb Raider“ (2018) ist eines davon.

  1. Sonic the Hedgehog” (2020)

Als im Frühjahr 2019 der Trailer zum Animationsfilm um den geliebten Videospiel-Igel Sonic erschien, war die Aufregung zunächst groß: Das Design der Hauptfigur wäre zu „menschlich“, hieß es, ein regelrechter Shitstorm brach über die Filmemacher*innen herein. Doch Regisseur Jeff Fowler („Wo die wilden Kerle wohnen“) hörte auf die Fans und ließ das Aussehen Sonics kurzerhand abändern. Und siehe da: Der Film wurde nicht nur ein enormer finanzieller Erfolg, sondern steht auch in der Gunst des Publikums überdurchschnittlich hoch. Auf „Rotten Tomatoes“ erhält die Adaption von den Zuschauer*innen eine Zustimmung von stolzen 93 Prozent.

Dabei verläuft die Story nach einem altbekannten Schema: Aufgrund seiner außergewöhnlichen Kräfte – Sonic (gesprochen von Julien Bam) kann enorm schnell rennen – musste er auf die Erde fliehen und wird dort zum Außenseiter. Er droht in die Hände des bösen Wissenschaftlers Dr. Ivo Robotnik (Jim Carrey) zu geraten, kann sich aber zum Glück auf die Unterstützung des schlechtgelaunten, aber gutherzigen Polizisten Tom (James Marsden) verlassen. Leichte Unterhaltung, die vor allem von ihrem Fan-Bonus lebt.

In der Flatrate von Amazon Prime Video und als Leihoption bei zahlreichen Anbietern verfügbar.

  1. „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ (2019)

Bereits 1996 erschien das erste Pokémon-Spiel auf dem Markt – seitdem sind die Taschenmonster zu einem Pop-Phänomen avanciert. Da war es abzusehen, dass nach der bekannten Anime-Serie und über zwanzig Filmen früher oder später eine Realverfilmung folgen musste. Unter der Regie von Rob Letterman („Große Haie – Kleine Fische“) war es 2019 so weit: Kein geringerer als Ryan Reynolds lieh Pikachu im Original seine Stimme und – dank Motion Capture – auch seine Mimik und Gestik. Das finale Produkt kam bei den Kritiker*innen erstaunlich positiv weg, der Film gilt sogar als die von der Fachwelt am besten bewertete Videospielverfilmung überhaupt.

Und das obwohl, oder gerade weil die Story nicht unbedingt dem entspricht, was man vom Franchise erwarten würde. Das gelbe Elektro-Pokémon macht sich gemeinsam mit Tim (Justice Smith) auf die Suche nach dessen Vater, der gleichsam auch Meisterdetektiv Pikachus Partner und nach einem Autounfall plötzlich verschwunden ist.

In der Flatrate von Netflix und als Leihoption bei zahlreichen Anbietern verfügbar.

  1. „Assassin‘s Creed” (2017)

Die Computerspielreihe „Assassin’s Creed“ aus dem Hause Ubisoft weiß mit seinen Titeln immer wieder zu begeistern. Das zuletzt erschienene „Valhalla“ verkaufte sich in der ersten Woche öfter als jedes andere Game der Serie, noch im selben Monat bestätigte der Hersteller, dass die Marke von 1,8 Millionen Spieler*innen erreicht sei. Die Filmadaption von Justin Kurzel („Macbeth“) aus dem Jahr 2017 bezieht sich allerdings auf keinen speziellen Teil der Serie, die Handlung hat nur in einigen Eckpunkten mit der Vorlage zu tun.

Nicht nur indem man den Film inhaltlich für ein breites Publikum zugänglich gestaltete, sondern auch durch eine überaus namhafte Besetzung versuchte man maximale Aufmerksamkeit zu generieren: Marion Cotillard, Brendan Gleeson sowie Charlotte Rampling gehören dazu. Und Michael Fassbender schlüpft in die Rolle des Callum Lynch, der mittels neuer technologischer Entwicklungen in die Erinnerungen eines Vorfahren eintaucht, welcher während der spanischen Inquisition ein Dasein als Assassine fristete. Ein Wissen, das nicht ohne Folgen für die Gegenwart bleiben soll, bildet den Auftakt für solide Sci-Fi-Action.

ProSieben zeigt den Film am Sonntag, den 21.03. um 20:15 Uhr. Außerdem ist er in der Flatrate von Netflix und als Leihoption bei zahlreichen Anbietern verfügbar.

  1. „Tomb Raider“ (2018)

Weibliche Videospielheldinnen waren lange rar – in filmischen Adaptionen daher umso mehr. Und spielten sie doch eine Rolle, dann meist als realitätsferne Männerfantasie. Ein Vorwurf, der auch die ersten beiden Verfilmungen der erfolgreichen Videospielreihe „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001) und „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ (2003) ereilte. Mit dem mittlerweile veränderten, nun realitätsnäherem Design der Vorlage änderte sich auch die Besetzung – und aus Angelina Jolie wurde Alicia Vikander.

Unter der Regie von Roar Uthaug („The Wave – Die Todeswelle“) entstand eine Adaption, die sich nicht nur optisch von ihren Vorgängern abhob. Auch der thematische Fokus veränderte sich: Es geht um die Wandlung Lara Crofts von der schüchternen Fahrradkurierin zur selbstbewussten Abenteurerin. Das Ergebnis überzeugte so sehr, dass eine Fortsetzung bereits in Produktion ist. Kürzlich wurde Misha Green („Lovecraft Country“) als neue Regisseurin und Drehbuchautorin verpflichtet, Vikander soll erneut die Hauptrolle übernehmen.

RTL zeigt den Film am heutigen Dienstag, den 16.03. um 22:35 Uhr. Außerdem ist er in der Flatrate von Amazon Prime Video und als Leihoption bei zahlreichen Anbietern verfügbar.

  1. Resident Evil”-Reihe (2002 – 2016)

Resident Evil” ist das wohl beste Beispiel dafür, dass eine Filmreihe einen größeren Bekanntheitsgrad als ihre Videospielvorlage erlangen kann. Zwischen 2002 und 2016 erschienen sechs Teile, stets mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. „Apocalypse“, „Extinction“, „Afterlife“, „Retribution“ und „The Final Chapter“ verstärkten den Action-Aspekt gegenüber den Horror-Elementen, die in der gleichnamigen Game-Reihe eine größere Rolle spielt. Im Zentrum steht der Ausbruch des T-Virus, für das die ominöse „Umbrella Corporation“ verantwortlich ist. Alice (Jovovich) kämpft in Raccoon City sowohl gegen die durch das Virus entstandenen Zombies als auch die Wissenschaftler*innen des Konzerns. Hohe Filmkunst mag dabei nicht entstanden sein – überaus unterhaltsame, kultige Sci-Fi-Action aber in jedem Falle.

Nur ein Jahr nach Abschluss der Reihe wurde bereits ihr Reboot bekanntgegeben – mit komplett neuer Besetzung. Ob das so eine gute Idee ist? Man darf zweifeln. Voraussichtlich im September 2021 kann man sich im Kino ein eigenes Bild davon machen, wie die Neuauflage mit Kaya Scodelario („Skins“) in der Hauptrolle funktioniert.

ProSieben zeigt „Resident Evil: Afterlife“ am Freitag, den 26.03. um 23:10 Uhr. Der erste Teil „Resident Evil“ ist außerdem in der Flatrate von Netflix und wie alle weiteren Filme der Reihe als Leihoption bei zahlreichen Anbietern verfügbar.


„NEVER FORGET – der 90er-Podcast“, Folge 14: Emo feat. Jan Schwarzkamp
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