Hawel/McPhail

SORROW WONDERLAND

La Pochette Surprise (VÖ: 10.4.)

Beharrlicher Garagen-Rock mit viel Fuzz. Sehr sehr viel Fuzz.

Das schwierige zweite Album: Nun haben es auch Hawel / McPhail geschafft. SORROW WONDERLAND heißt es und schreddert sich cool und lakonisch durch zwölf Stücke Garagen-, Indie-, 60ies- und Punk-Rock. Rick McPhail (Mint Mind, Ex-Tocotronic) und Frehn Hawel (Tigerbeat, Neat Neat Neat) haben seit dem gemeinsamen Debüt TRANSMISSIONS FROM THE UPPER ROOM von vor fünf Jahren, das eher schrammelige Spielwiese war und aus Spaß an der Freude entstand, noch mal einen Satz nach vorne gemacht.

Auf SORROW WONDERLAND thematisieren die beiden nicht nur Langzeitbeziehungen, Entfremdung und das Älterwerden, also private Zäsuren, sondern auch ein Umfeld, in dem Kunst allzu oft auf Verwertbarkeit reduziert wird. Ihre Antwort darauf ist keine Trotzreaktion, sondern Beharrlichkeit. Und die kommt aus dem Fuzz-Pedal. Wer Thee Oh Sees oder Jay Reatard kennt und mag, fühlt sich hier gut aufgehoben. SORROW WONDERLAND ist ein Manifest der Resilienz und Freundschaft. McPhail und Hawel zeigen, dass auch Oldschool-Indie-Garagen-Rock immer noch Kraft, Substanz und emotionale Tiefe entfalten kann – und dass hinter scheinbar simplen Melodien oft die komplexesten Geschichten stecken.