Molly Mogul

A BOUQUET OF HOPES AND DREAMS

Hey Boy (VÖ: 30.4.)

Triphoppiger Experimental-Pop, der sehr sexy auf der Höhe der Zeit entlang schlürft.

Ja, der akustische Eindruck täuscht nicht. Es klingt nicht nur sexy, wie die Beats daherschlürfen, es geht auch um Sex: „Fuck me, so I feel better“, singt Molly Mogul in „Touch Me“, es geht um Parfum und Schweiß, um „make me come“ und „don’t take it slow“, und darum, dass er anschließend aber nicht einfach abhauen soll. Man sieht also: Molly Mogul nimmt das berühmte Blatt nicht vor den Mund, während die Elektronik verführerisch klackert, als wären Massive Attack und Portishead bis zum Frühstück geblieben.

Pop, der nie eindimensional und selten zu schräg klingt

Bezeichnend ist allerdings, dass „Touch Me“ einer der wenigen Songs auf dem Debütalbum A BOUQUET OF HOPES AND DREAMS ist, auf dem die aus Inning am Ammersee stammende Künstlerin, die sich mittlerweile zwischen Bristol, München, Barcelona und Paris herumtreibt, ausschließlich in Englisch singt.

Sonst wechselt sie gern mitten im Song auch in ihre Muttersprache, wird in der aber nie so explizit. Und das wäre nun wirklich große Kunst gewesen, auf Deutsch dermaßen offensiv die körperlichen Aspekte der Liebe zu verhandeln, ohne allzu cringe zu klingen. Diese Herausforderung umgeht Molly Mogul, aber so gelingt ihr immerhin schon Pop, der nie eindimensional und selten zu schräg klingt, aber immer auf der Höhe der Zeit entlang balanciert – und das ist schon sehr viel.