Billy Corgan und Courtney Love giften gegen Kim Gordon
Vor Jahren hatte Kim Gordon beide in ihren Memoiren abgewatscht, nun gibt es in einem Podcast-Gespräch die Retourkutsche.
Manche Konflikte enden auch nach Jahrzehnten nicht: Billy Corgan und Courtney Love haben offenbar noch ein Hühnchen mit Kim Gordon zu rupfen. In der jüngsten Folge von Corgans Podcast „The Magnificent Others“ war Love zu Gast. Nach rund 45 Minuten eher beiläufigem Geplaudere entwickelte sich das Gespräch zu einer bemerkenswert offenen Abrechnung mit Kim Gordon.
Ausgangspunkt war Corgans Kritik an der Indie- und Hipster-Kultur der frühen Neunzigerjahre, die er als von „verhängnisvoller Garstigkeit“ geprägt beschrieb. Love entgegnete, sie sei inzwischen immerhin mit Sonic-Youth-Mitbegründer Thurston Moore befreundet. Für Love war er damals so etwas wie ein „Gatekeeper“.
Corgan widersprach dieser Einordnung von Love allerdings deutlich: „Er war nie der Gatekeeper-Typ. Seine Partnerin war das Schlimmste.“ Eine fiese Spitze gegen Kim Gordon, die Sonic Youth mit Moore gegründet hatte und bis 2013 mit ihm verheiratet war.
Love erinnerte sich ihrerseits an Begegnungen aus den Neunzigern. „Sie war in den 90ern wirklich schrecklich“, so die Sängerin über Gordon. „Ich erinnere mich, dass ich in Holland mit dir unterwegs war und sie (Sonic Youth) so gemein waren.“ Corgan warf ein: „Ich war ein Fan und kam vorbei, um meine Aufwartung zu machen, und wurde von ihnen so unhöflich behandelt.“
Gordon fungierte 1991 auch als Produzentin von Holes Debütalbum PRETTY ON THE INSIDE. Eine Zusammenarbeit, die Love heute als Versuch interpretiert, den ästhetischen Erwartungen Gordons zu entsprechen. Eine Anpassung an den Markt, wie die Sängerin klarstellte. „Die wahren Verräter waren diejenigen von uns, die sich dem Markt beugten, dem Markt von Kim Gordon.“
Sarkastischer Kommentar in Nirvana-Klassiker
Im weiteren Verlauf brachte Love auch ihren verstorbenen Ehemann, Kurt Cobain, ins Spiel. Sie behauptete, eine Zeile aus „Heart-Shaped Box“ (“Forever in debt to your priceless advice”) sei als sarkastischer Kommentar über Gordon zu verstehen. Zudem lästerte sie darüber, dass die Musikerin Teile von Thurston Moores Plattensammlung verkauft hätte, um die Ausbildung ihrer Tochter zu finanzieren.
Corgan wurde dann auch grundsätzlicher, was die kulturellen Bedingungen der damaligen Zeit angeht. Der Authentizitätsbegriff der früheren Indie-Szene sei seiner Meinung nach oft eher Pose als gelebte Realität gewesen. Viele hätten eine „mentale Vorstellung von Authentizität“ kultiviert, ohne sie tatsächlich zu verkörpern.
Kim Gordon nahm kein Blatt vor den Mund
So scharf Courtney Loves Meinung über Kim Gordon auch ausfällt, überraschen kann sie nicht. In ihrer Autobiographie „Girl In A Band“ hatte Gordon das Auftreten ihrer Kollegin als „Mischung aus Glamour, Narzissmus und Manipulation“ beschrieben. Auch Corgan kam darin nicht gut weg. Die Musikerin und Künstlerin schilderte ihn als überempfindlich und warf den den Smashing Pumpkins vor, sich selbst viel zu ernst zu nehmen.
Wenn man so will, tragen die drei Protagonisten nachträglich nur einen Streit aus, der eine ganze Musikepoche unterschwellig prägte.






