2.300 Beschwerden: Bad Bunnys Halbzeitshow spaltet Amerika

Warum Bad Bunnys Super-Bowl-Auftritt einen Kulturkampf auslöste.

Die Super-Bowl-Halbzeitshow von Bad Bunny wurde weltweit besprochen – von konservativen US-Amerikaner:innen scharf kritisiert, von vielen anderen lautstark gefeiert. Die FCC, die Federal Communications Commission, die in den USA Funk, Fernsehen, Kabel und Satellit reguliert, verzeichnete laut „News Channel 3“ nach der Show über 2.300 Beschwerden.

Ein Zeichen für Puerto Rico

Dass Bad Bunny mit seiner Show ein klares Zeichen setzen wollte, war von Anfang an erkennbar. Er hielt die gesamte Performance auf Spanisch ab und verwies in seinem Auftritt mit zahlreichen Symbolen auf die puerto-ricanische Geschichte und Kultur – und definierte neu, was es bedeutet, amerikanisch zu sein. Schließlich gehört Puerto Rico, seine Heimat, als nicht inkorporiertes Außengebiet zu den USA; alle Bewohner:innen des Inselstaates sind damit US-Staatsbürger:innen.

Shitstorm seitens der Konservativen

Explizite politische Aussagen blieben in der Show aus – stattdessen setzte Bad Bunny auf Zeichen und Symbole. Trotzdem löste der Auftritt auf der konservativen Seite einen erwartbaren Shitstorm aus. Viele der über 2.300 Beschwerden bei der FCC betrafen die Sprache, in der der Auftritt durchgeführt wurde.

Exemplarisch stehen Äußerungen wie: „Was für eine absolute Schande für Amerika und die amerikanischen Familien! Ich bin ehrlich gesagt froh, dass meine Kinder den Text von Bad Bunnys „Scheißshow“ nicht verstanden haben“ oder „Ich habe mich in meinem eigenen Land diskriminiert gefühlt; bei unseren nationalen Sportveranstaltungen sollten keine Künstler:innen auftreten, die kein Englisch sprechen können“ sowie „Die Halbzeitshow – noch dazu in einer fremden Sprache – war das Anstößigste, was ich je bei einem Footballspiel erleben musste“ und „Ich habe die Übersetzungen dessen gehört, was dieser Clown gesagt hat: Es war vulgär, unanständig und verstieß buchstäblich gegen die Sendevorschriften.“

Auch Präsident Trump beschwerte sich nach dem Auftritt über den puerto-ricanischen Sänger. Er bezeichnete die Halbzeitshow als „absolut schrecklich, eine der schlechtesten aller Zeiten!“ und als „Beleidigung für die Größe Amerikas“.

124 Millionen Zuschauer:innen

Viele feierten die Show aber auch ausgiebig. Mit 124 Millionen Zuschauer:innen war es die zweitmeistgesehene Super-Bowl-Veranstaltung aller Zeiten – Bad Bunnys Halbzeitperformance zog dabei besonders viele Menschen vor die Bildschirme.