Michael Jackson: Neue Netflix-Doku rollt Skandalprozess auf
„The Verdict“ will einen umfassenden Blick auf den 2005er Missbrauchsprozess werfen. Erstes Bewegtmaterial gibt es jetzt.
Netflix hat den ersten Trailer zu „Michael Jackson: The Verdict“ veröffentlicht. Die dreiteilige Dokumentation startet am 3. Juni auf der Streamingplattform und beschäftigt sich mit dem Prozess gegen Michael Jackson im Jahr 2005.
„Endlich werden wir Antworten bekommen“
Die Serie stammt von Showrunner David Herman und Regisseur Nick Green. Alle drei Episoden sollen mit jeweils rund 50 Minuten Laufzeit daherkommen. Im Mittelpunkt stehen Aussagen und Perspektiven von Menschen, die damals direkt im Gerichtssaal dabei waren. Laut Netflix kommen unter anderem Geschworene, Zeugen, Ankläger und Verteidiger zu Wort.
Im Trailer erinnern sich Beteiligte an Aussagen während des Prozesses. Eine Stimme sagt: „Als das mutmaßliche Opfer ausgesagt hat, dachte ich: ,Er ist einfach ein Kind.‘“ Eine andere Person beschreibt die Aussage als „bewegend“. Am Ende des Clips heißt es: „Endlich werden wir Antworten bekommen.“
Hier geht es zum Trailer zu „Michael Jackson: The Verdict“:
Alte Vorwürfe, neue Aufarbeitung
Michael Jackson war 2003 wegen sieben Fällen von angeblicher Kindesmissbrauch sowie wegen der angeblichen Verabreichung von Alkohol an Minderjährige angeklagt worden. Der Prozess begann im Januar 2005 und endete im Juni mit einem Freispruch in allen Punkten.
Bereits 1994 hatte Jackson eine außergerichtliche Einigung mit Jordan Chandler erzielt. Der damals 13-Jährige hatte Missbrauchsvorwürfe erhoben. Medienberichten zufolge lag die Summe bei 23 Millionen US-Dollar. Der Vergleich beendete ein früheres Verfahren, ohne dass es zu einem Strafprozess kam.
Auch nach Jacksons Tod 2009 gab es weitere juristische Auseinandersetzungen mit mehreren Klägern und dem Nachlassteam des Musikers.
In einem offiziellen Statement erklärte Netflix, man wolle den Prozess erstmals umfassend rekonstruieren. Da während der Verhandlung keine Kameras zugelassen waren, sei die öffentliche Wahrnehmung damals stark durch Kommentator:innen und Ausschnitte aus der Berichterstattung geprägt gewesen. Die Dokumentation wolle deshalb den gesamten Verlauf des Prozesses noch einmal im Zusammenhang betrachten.
Kontrast zum Biopic
Erst am 22. April erschien das Biopic „Michael“ in den Kinos. Der Film von Antoine Fuqua und mit Jaafar Jackson, einem Neffen des Sängers, in der Hauptrolle, erhielt gemischte Kritiken. Vor allem, weil dort die Vorwürfe gegen den Star keine Erwähnung finden. Die Handlung endet mit der „Bad“-Tour im Jahr 1988.







