Halbzeitshow-Drama bei der Fußball-WM: FIFA beruhigt Fans

Fans fürchteten eine überlange Pause bei der Fußball-WM, doch Hugh Evans beruhigt: Nur elf Minuten mit Madonna, Shakira, BTS und ein Vergleich zu „Live Aid“.

Dass die FIFA bei dieser Weltmeisterschaft dem Gastgeberland Amerika äußerst gerecht werden will, ist keine Neuerung. Während einem Kriegstreiber der FIFA-Friedenspreis geschenkt wird, versucht man mithilfe von Hydration Breaks neue Werbezeiten zu etablieren. Auch die Halbzeit wurde mit einer Halbzeitshow ergänzt. Wer braucht auch schon einen kurzen Einschub der „Tagesschau“, wenn man Kampfjets über ein Stadion fliegen sehen kann? Es ist die Amerikanisierung des Fußballs. Let’s call it Soccer. Doch die famosen Halbzeitshows des Superbowls haben eine 30-minütige Pause, um Aufbau und Performance unterzubringen. Der Fußball hat jedoch regulär nur 15 Minuten, welche die FIFA bei ihrer Klub-WM auf satte 25 streckte. Die große Angst der Fans scheint also begründet, dass die FIFA die Halbzeitpause verlängert, damit noch mehr getanzt werden kann. Doch jetzt meldet sich der Organisator zu Wort.

15 Minuten

Es scheint ein Punkt zu sein, welcher das Fass zum Überlaufen bringen würde. Zuerst Hydration Breaks in klimatisierten Stadien und dann auch noch eine längere Halbzeitpause? Während der Fußball somit immer mehr einem YouTube-Video mit Werbepausen gleicht, ändern die Pausen auch etwas am Spiel selbst. Plötzlich haben die Trainer mehr Zeit, in die Geschehnisse einzugreifen, als zuvor, und das zeigt sich auch am Spielmomentum. Nach fast jeder Hydration Break kippt dieses nämlich. Deswegen wäre eine längere Halbzeitpause nicht nur ein grober Eingriff in das Regelwerk, sondern könnte auch die Spielweise grundlegend verändern.

Doch jetzt meldete sich der Organisator Hugh Evans zu Wort und beruhigte die Gemüter. Die Halbzeitshow wird insgesamt nur 11 Minuten dauern. Selbst zusammen mit Auf- und Abbau würden die 15 Minuten ausreichen. Zusätzlich dazu würde der Rasen unversehrt bleiben. Es wäre auch zu witzig gewesen, wenn Infantino erst mal ein paar Bolzen in den Rasen schießen würde, um eine Bühne für seine musikalischen Acts zu schaffen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wohltätigkeit statt Werbeshow?

Wer jetzt daran denkt, dass die FIFA ihre Bühne egozentrisch für Werbedeals und Profit nutzt, liegt ganz falsch. Nein, nein, FIFA und Korruption könnten zwar im Duden zur gleichen Wortherkunft gehören, doch bei dieser Halbzeitshow ist alles anders. Denn die FIFA ist ein Wohltätigkeitsveranstalter. Es sollen nämlich Spenden für einen guten Zweck gesammelt werden. Zum Glück, sonst hätte man noch denken können, die FIFA mache alles aus Geldgier. Dabei ist es fast so krass wie „Live Aid“. Was!? Ja, Organisationschef Hugh Evans verglich es tatsächlich mit Live Aid. Genauer gesagt sei dies die „größte Ansammlung von Künstlern für einen guten Zweck seit dem Konzert von Live Aid im Jahr 1985“. Insgesamt sollen circa 100 Millionen Euro gesammelt werden, was bei den Ticketpreisen des Finales wohl kein allzu großes Ziel ist. Neben Madonna, Shakira und BTS soll dann nächste Woche noch ein weiterer Act bekannt gegeben werden, welcher sich in den 11-Minuten-Slot reinquetscht.

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