Eric Clapton – Köln, Sporthalle

Daß die alten Recken durch die diversen neuen Wellen nichts an Substanz und Publikumswirksamkeit eingebüßt haben, hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach gezeigt Zu diesen Männern der ersten Stunde zählt zweifelsohne auch „Slowhand“ Clapton, und daher verwundert es kaum, daß jeder seiner fünf Germany-Gigs bereits Wochen vorher ausverkauft war. Mit Erstaunen mußte man allerdings feststellen, daß die Kölner Sporthalle bestuhlt wurde. (Ich warte noch auf den Tag, an dem die Stones oder AC/DC vor „bestuhltem Publikum“ spielen.) Nach einem recht langweiligen Vorprogramm kam dann der Meister mit seinen Begleitmusikern Jamie Oldaker (dr), Chris Stainton (keyb), Donald ‚Duck‘ Dünn (b) und Albert Lee (g) auf die Bühne; ein hervorragendes Konzert nahm seinen Anfang. Sämtliche Verstärker waren durch schwarze Stoffverkleidungen verdeckt, so daß die Musiker optisch nicht durch eine übermächtige Technik eingeengt waren.

Von der ersten Sekunde an hatte Eric das Publikum voll auf seiner Seite, bereits die Intros der Songs lösten frenetischen Beifall aus. Zu Beginn der Show servierte Clapton einige seiner Evergreens, während er im weiteren Konzertverlauf mehr und mehr Material seiner beiden letzten Alben präsentierte Die Stücke gerieten live jedoch durchweg länger als auf Platte, was hauptsächlich an den fantastischen Gitarrensoli von Eric Clapton und Albert Lee lag. Letzterer war ohne Zweifel der zweite Star des Abends Die beiden ergänzten einander und (neben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Überhaupt hatte man den Eindruck, daß good old Eric (er wird immerhin bald 40!) es absolut nicht darauf anlegte, als Person im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Da war vielmehr ein souveräner Gentleman auf der Bühne, der sich seiner Qualitäten wohl bewußt ist, ohne diese zur Effekthascherei zu mißbrauchen.

Bei „Cocame“ und „Layla“ schließlich hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzplätzen. In Bestform gewährte Eric Clapton den Zuschauern noch eine Zugabe, bevor ein wirklich starker Abend zu Ende ging.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.