Paul Young

Hut ab: Dieser Mensch kann singen. Mit „Wherever You Lay Your Hat“ , seiner gelungenen Marvin Gaye-Adaption. überraschte der 27-jährige Kritiker und Publikum. Perfekte Phrasierung, cleverer Songaufbau, dazu eine Stimme, die unter die Haut geht.

Natürlich kommt soviel Können nicht von ungefähr. Der in Luton geborene Young hat reichlich Lehrgeld bezahlt. Als Sänger der Q-Tips – einer sogenannten „non Chart band“ – lernte er sein Handwerk. Jahrelang, genau bis Ende 1982. sorgte die achtköpfige Formation für volle Häuser in und um London. In punkto Geld und Platten-Deal jedoch tat sich wenig bis gar nichts.

Das ändert sich nun grundlegend. Doch trotz des Uberraschungserfolges – auch die zweite Single „Come Back And Stay“ schaffte die Hit-Hürden – übt sich Young auch weiterhin in Bescheidenheit. Seine Talente als Songwriter jedenfalls schätzt er selbst sehr kritisch ein: „Ich verstehe eigentlich nicht, warum die Leute immer so wild darauf sind, unbedingt eigene Songs zu interpretieren. Man muß doch einfach erkennen, daß es Songs gibt, die besser als andere sind. Es kommt daraul an. wie ich sie als Sänger inszeniere, das ist die Aufgabe des Sängers.“ Daß diese Einstellung nicht nur Lippenbekenntnis sondern Überzeugung ist. beweist NO PARLEZ, das Young-Debüt, wo neben Eigenkompositionen in der Hauptsache Fremdmaterial vertreten ist. Das wiederum macht sich Paul so bravourös zu eigen, daß man fast schon um die Originale bangen muß.

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