Die Krupps

Ein Sinnbild für Sexyness ist Krupps-Vorstand Jürgen Engler beileibe nicht. Wenn er seinen voluminösen Körper in Shorts und offener Weste über die Bühne wälzt, stehen keine Mädchenherzen still – aber der erste Gig der Deutschland-Tournee ist ohnehin ein reiner Herrenabend. Die Band möchte die männliche Härte einer Bauarbeiter-Kolonne vermitteln, dementsprechend wackeln die Wände der halbgefüllten ‚Charterhalle‘, wenn aus den Boxen die ersten Sequenzer-Salven dröhnen. Ein glasklarer Mix wird nicht geboten, die Mischung aus Live-Instrumentarium und elektronischen Zuspielungen wirkt diffus, optische Effekte bleiben aus. Statt dessen röhrt Engler wie ein Deathmetal-Hirsch und übt sich in Headbangerposen, was als Aufforderung zum Stagediven richtig verstanden und sofort in die Tat umgesetzt wird. Die Metal-Aspekte des Krupps-Sound dominieren die einstündige Show, Engler sucht die Nähe zu den Fans und taucht seinen schweißnassen Kopf immer wieder in die ersten Reihen: ein böser Bube zum Anfassen.

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