Freundeskreis: Hamburg, Große Freiheit 36

SCHON BEI DER VORGRUPPE ATMET MAN IN DER lächerlich klimatisierten Halle statt Luft nur noch den Schweiß des Publikums. Ein Publikum wohlgemerkt das derart vorfreudig auf die Stuttgarter HipHop-Guerilleros von Freundeskreis wartet, daß es sogar die Soundchecks der Roadies bejubelt. Und die Schwaben erweisen sich der Vorschußlorbeeren durchaus als würdig. Freundeskreis, die Hüter der Political Correctness sind heute dankenswerterweise nicht hier, um zu missionieren. Statt dessen legt MC Maximilian gleich die Stoßrichtung des Abends fest: „Wir wollen heute rocken und wir wollen, daß Ihr auch rockt!“ Die plakativste p.c.-Geste des Abends bleibt denn auch eh konsensfähig-das Hochhalten eines Mumia Abu-Jamal-Posters. Okay, Freundeskreis rocken also das Haus. Manchmal reggaen sie es auch. Oder sie rhythm ’n‘ bluesen es. Was auch immer sie tun – sie tun es mit Leib und Seele, das Publikum haben sie dabei von der ersten Minute an in der Tasche. DJ Friction und Don Philippe erhalten Unterstützung durch den eritreischen Hünen Afrob aus dem Schoß der Stuttgarter Kolchose-Posse, Sekou und Mr. Gentleman aliasTilmann Otto. Für das i-Tüpfelchen an Soul sorgen die Sängerinnen Deborah von Sens Unik und Maxens Freundin Joy Denalane. Stilvielfalt ohne Ende ansonsten gibt’s die üblichen Animationen à la „Are you ready to bounce?“ und „Wave your arms“. Nachdem die Truppe das Niveau und die Stimmung satte zwei Stunden lang im roten Bereich gehalten hat, lassen sie die ausgepowerte Masse schließlich mit einem extrasmoothen Outro so sanft, satt und zufrieden landen, daß nicht mal eine weitere Zugabe nötig ist. Tolles Konzert. Geschmeidiger Abgang. Sehr korrekt, das alles.

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