Kennst du die?

Fünfmal freundlicher Indierock

The Fläming Lips – Weil „The Soft Bulletin“ live nicht reproduzierbar ist, entschieden sich die drei Lips für eine DAT-gestützte Semi-Live-Performance als Unterlage für eine hinreißende optische Aufbereitung, unfassbare Videocollagen, singende Handpuppen, Bühnenblut und viel Gong-Gehaue inklusive. Wunder.

Erls – Wunder Nr. 2: Das Eels Orchestra 2000 bezauberte mit Pauken, Orgeln, Trompeten und Glockenspiel, Lisa Germano, einem nicht mehr so deprimierten E – und viel, viel mehr.

Boss Hog – Trash-Papst Jon Spencer, Titty Twister-Oueen Cristina Martinez und Freunde bringen urbanen Rocklärm mit der Gewalt einer durchgeknallten U-Bahn auf den Punkt. Leider nur auf Platte. Live fehlte zwar nicht der gute Wille, aber die Durchschlagskraft. Schade.

Grandaddy – Und der Herrgott erlöste die in der Dekadenz der Großstadt erstarrte Popwelt, indem er ihr den Autismus der Provinzen schickte. Grandaddy sind die Könige der verschrobenen Ländler-Genies: Pop-not-Pop mit Instrumenten, die man auf Müllkippen oder in Elektro-An-und-Verkauf-Geschäften findet.

¿Yo La Tengo – Magische Konzerte mit Sogwirkung von den Indie-Ikonen aus der Indie-Ikonen-Brutstätte Hoboken waren das – wenn nicht gerade schlechte Launen des erregbaren Bandchefs Ira Kaplan für bad vibes sorgten.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.