1: Public Enemy – It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back Def Jam


Niemand war nur ein Jahr nach dem gemäßigt politischen Debüt „Yo! Bum Rush The Show“ auf ein Album vorbereitet, das die Welt der Unterhaltungsmusik für immer verändern sollte. Unter der Aufsicht von Rick Rubin und Hank Shocklee aka Terminator X produzierte die Bomb Squad für dieses Werk eine hochkomplexe und erschlagend energetische Melange aus Old-School-Funk, verzerrten Samples. apokalyptischen Sirenen, Drumgewitterund avantgardistischen Soundfetzen, die auch ohne Chuck Ds aggressiv-sozialkritische Texte bereits in hohem Maße verstörend gewirkt hätte. Egal ob ein Slayer-Riff („She Watch Channel Zero?!“), James Browns („Funky Drummer“-Breakbeat („Rebel Without A Pause“), ein Isaac-Hayes-Sample („Black Steel In The Hour Of Chaos“) Grundlage für einen Song bildete oder ob Terminator X an den Plattentellern Queens „Flash“ in die Mangel nahm – jeder einzelne der 15 Tracks gehörte akustisch zum Kompromisslosesten, Rebellischsten und Aufregendsten, was die damals Party-verwöhnte HipHop-Community je gehört hatte. Dazu kam die politische Dimension des Albums: Lediglich unterbrochen durch Einlagen seines Hofnarren Flavor Flav bellte Chuck D. wütend ein Amerika aus dem Schlaf, das es sich nach der mehr oder minder erfolgreichen Überwindung der allzu offensichtlichen Diskriminierung der Afro-Amerikaner zu lange zu bequem gemacht hatte.