Der Mann, den DJ Shadow sampelte

Fast 20 Jahre nach seinem Fehlstart kommt Marc Z durch DJ Shadow zu Ehren

Im März 2002 hatte Josh Davis aka DJ Shadow dem ME erzählt, dass einige Künstler, die er auf „The Private Press“ gesampelt hat, nicht mehr auffindbar waren. Darunter auch ein gewisser Marc Z, dessen Vocals er aus einer „seltsamen Ska-/No Wave-Platte“sampelte, um sie in „Blood On The Motorway“ zu benutzen. Dass Marc Z mit vollem Namen Zimmermann heißt, erfuhr Shadow jetzt durch Zufall: Zimmermanns Neffe in New York hatte sich bei Song 12 plötzlich die Kopfhörer von den Ohren gerissen und war die Treppe heruntergestürmt, um triumphierend zu verkünden: „Onkel Mark ist auf der neuen DJ Shadow-CD! „Tatsächlieh hatte Shadow sein „It s Easy…“ von einer Platte gezogen, die seit 20 Jahren vergriffen ist. „Ich weiß nicht, wo er die gefunden hat“, lacht Zimmermann heute. „Ich habe 1983 genau 2000 Stück pressen lassen.“ Er erzählt, dass sich Major-Labels damals weigerten, ihm einen Plattenvertrag zu geben, obwohl sein Latin-angehauchter Song „Szoo-o“, dank Radio-Airplay in die Top 10 der Black Charts einzog. „Ich war der erste Independent-Act in den Charts“, so Marc Z. Unter der Hand will er damals erfahren haben, dass sich die großen Unternehmen aus Unsicherheit im Umgang mit verkaufsstarken Independent-Acts zunächst für einen Boykott entschieden, bevor sie wenige Monate später begannen, ertragreiche Indie-Labels einfach zu lizensieren. Zu diesem Zeitpunkt war Z allerdings bereits frustriert und verschuldet nach Schweden ausgewandert, wo er bis heute lebt. Nach monatelangen Diskussionen mit Anwälten von Shadows Plattenfirma hat sich kürzlich Josh Davis selbst bei ihm gemeldet. „Er entschuldigte sich vielmals bei mir und wies sein Label an, meinen bescheidenen Forderungen sofort zu entsprechen. Er war sehr nett und steht zu seinem Wort. In diesem Business eine erfreuliche Ausnahme“ so Zimmermann.www.djshadow.com

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