They Sometimes Come Back

Geldmangel + Egoprobleme = schlechtes Reunion-Album.

Beliebte Motivation für Platten-Comebacks: Geld. So reformierten sich Crosby, Stills, Nash & Young für den synthetischen Folk-Quatsch AMERICAN DREAM (1988), weil David Crosby drogenbedingt pleite war. Geldgeilheit war auch der Grund für die Reunion von Deep Purple (Foto) in der klassischen Besetzung Gillan-Glover-Blackmore-Lord-Paice. Daraus resultierte nicht nur die Banalität PERFECT STRANGERS (1984), sondern auch der Umstand, daß wir Deep Purple seither permanent in wechselnden Besetzungen am Hals haben. Beliebte Variante des Comeback-Albums: Kopf einer respektablen Band will mit selbiger nichts mehr zu tun haben, weil er auch als Solist ein respektabler Künstler ist. Die anderen nehmen (gerne auch mit Hilfe „namhafter“ Gastsänger) unter leicht modifiziertem Bandnamen ein Album auf, das dann komplett in die Hose geht: notalking just he ad (1996) von The Heads (Talking Heads ohne David Byrne). Es geht auch umgekehrt: Bandkopf (Jeff Lynne) produziert allein unter altem Bandnamen (ELO) ein Sound-Mimikry-Comeback (ZOOM, 2001), auf das niemand gewartet hat. Oder, äh, Chinese Democracy demnächst bei „Guns N‘ Roses“.

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