5 Gimme Shelter

1970; Regie: Albert und David Maysles, Charlotte Zwerin

Die Dokumentation über die letzten zehn Tage der 1969er US-Tour der Stones liefert ein beredtes Zeugnis vom jähen Tod der 6oer-Jahre-Hippie-Euphorie. Sie zeigt die Konzertreise, die im tödlichen Desaster von Altamont kulminierte, in einer geschickt und entlarvend montierten Serie von Flashbacks. Triumph und Tragödie liegen hier denkbar nah beieinander: In den Konzertsequenzen erlebt man die Stones als noch nicht zu Karikaturen ihrer selbst erstarrte Dinosaurier, sondern tatsächlich als damals beste Live-Band des Planeten. Der Zynismus und die Gier der Beteiligten dominieren dagegen in den Passagen von den Vorbereitungen des Altamont-Konzerts, das in der Ermordung des 18-jährigen Meredith Hunter durch die als Ordner angeheuerten Hell’s Angels direkt vor der Bühne traurige Berühmtheit erlangte. Szenen aus dem Schneideraum zeigen Jagger und Richards als perplexe Zauberlehrlinge, denen es angesichts dessen, was sie mit ihren „Bad Boy“-Attitüden ausgelöst haben,die Sprache verschlagen hat. Szenenapplaus: Das Schlussbild-es zeigt in einer „Freeze-Frame-Einstellung“ein Messer just in dem Moment, bevor es sich in Meredith Hunters Körper senkt.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.