Amazon verliert Urteil: Keine Werbung bei Prime Video erlaubt

Amazon verliert Sammelklage gegen Verbraucherzentrale. Landgericht München verbietet Werbeschaltung bei Prime Video ohne Zustimmung der Nutzer:innen.

Der US-Konzern Amazon plante, auf dem hauseigenen Streaming-Anbieter Werbung zu schalten. Im Anschluss gab es großen Aufschrei und eine Sammelklage gegen das Unternehmen. Nun ist klar: Amazon darf keine Werbung schalten.

Amazon verliert

Anfang 2024 verkündete Amazon gegenüber den Nutzer:innen des eigenen Streaming-Anbieters Amazon Prime, dass in Zukunft Werbung auf der Plattform geschaltet werden würde. Hinzu kam: Wer dies nicht wolle, müsse einen Aufpreis für das Abo von 2,99 Euro zahlen. Der Gegenwind für den Konzern war groß, und der Bundesverband der Verbraucherzentralen ging mit einer Sammelklage dagegen vor.

Diese war nun erfolgreich. Amazon verliert den Prozess. Das Landgericht München entschied zugunsten der Nutzer:innen und gab dem Bundesverband der Verbraucherzentralen recht. Die Richter:innen entschieden, dass die Schaltung von Werbung nicht rechtens sei. Der Konzern gaukele den Nutzer:innen vor, dass eine einseitige Vertragsänderung berechtigt sei – dem ist aber nicht so. Kund:innen zahlen für ein werbefreies Abo, und das müsse auch geliefert werden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Stimmen zum Urteil

Beide Seiten äußerten sich bereits zum Urteil. Die Vorständin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Ramona Pop, äußerte sich folgendermaßen: „Das ist ein sehr wichtiges Urteil. Mitglieder haben nach Ansicht der Verbraucherzentrale weiterhin Anspruch auf die werbefreie Option, und zwar ohne Mehrkosten.“

Amazon soll nun ein Berichtigungsschreiben an die Nutzer:innen schicken. Mit einer Rückerstattung von Geldern ist aber erstmal nicht zu rechnen, da der Konzern Widerspruch einlegte. „Wir werden das Urteil prüfen, um unsere nächsten Schritte zu bestimmen“, sagte ein Sprecher.