Aus für die Vines


Neues aus der Musikszene - Schlägereien, neue Alben und sonstige Skandale und Meldungen.

Aus für The Vines – zumindest live und für längere Zeit: Nachdem sich Frontmann Craig Nicholls wegen tätlichen Angriffs auf einen Fotografen vor Gericht verantworten musste, diagnostizierte ein Gutachter bei ihm das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus, die sich u.a. durch erratisches Sozialverhalten und „sture Befolgung spezifischer, nonfunktionaler Routinen und Rituale sowie stereotype, repetitiue motorische Manierismen „bemerkbar macht. Craig wurde freigesprochen und ließ ankündigen, er werde keine Interviews „undso ioas“mehr geben. Manager Andy Kelly teilte mit, die Band werde „nie wieder wie früher aufTournee gehen “ und sich „Iceine Deadlines “ für die Studioarbeit mehr setzen. Es könne Jahre dauern, bis neue Aufnahmen zu hören sein werden.

50.000 Euro muss Liam Gallagher für die Schlägerei im Münchner Hotel Bayerischer Hof vor zwei Jahren berappen, die ihn außerdem zwei Schneidezähne kostete: 15.000 für Schäden am Mobiliar, 5.000 an einen Polizisten, denermitden Füßen bearbeitet hatte, und 30.000 Buße. Obwohl auch Liams Bodyguard 8.000 Euro Strafe sowie 750 Euro an eine Klofrau (vor der er die Hose heruntergelassen hatte) zahlen muss, kriegen Oasis somit von der Viertelmillion Kaution, die sie hinterlegen mussten, noch einiges raus.

4.000 Pfund brachte eine signierte Platin-CD ein, die Coldplay der Schülerin Sarah Sainsbury aus Surrey zur Versteigerung zugunsten einer Benefizakrion ihrer Schule für Brustkrebskranke zur Verfügung stellten.

Weniger wohltätigen Zwecken kamen die 4.000 Pfund zugute, die Virgin-Records-Boss Tony Matthews ausgab, um 20 Gäste einer Prominentenparty für Beyonce Knowles (Destiny’s Child) in New York zu sättigen: Das vonTandoori-InhaberMuhib Miah in Lingfield (ebenfalls in Surrey gelegen) vorgekochte Currygericht wurde samt ihm per Hubschrauber nach Heathrow und von dort über den Ozean geflogen. „Das mag extravagant erscheinen“, meinte Matthews hinterher, „aber ich hab’s getan, weil ich es kann.“ Stimmt, schließlich hat Virgin nicht umsonst letztes Jahr einen Großteil seiner Mitarbeiter entlassen.

Nicht entlassen wurde Charlotte Roche – obwohl ihre 2004 Grimme-Preis-gekrönte Sendung „Fast Forward“ zum Jahresende im Zuge derTV-Entmusifizierung eingestellt wird, soll Charlotte laut einer Viva-Sprecherin „dem Sender erhalten „bleiben.

Einen neuen (Neben-)Job hat Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood: Er spielt (ebenso wie Jarvis Cocker) eine der „Wyrd Sisters“ in dem Film „Harry Potter And The Goblets Of Fire“.

Ihrem Beruf treu bleiben hingegen The Darkness, die weiterhin an ihrem zweiten Album arbeiten (sechs Songs sind, so hört man, bereits fertig), sich aber nebenbei schon mal auf den Ruhestand vorbereiten und in dem Dorf Spooner Row nahe ihrer Heimatstadt Lowestoftin Norfolk für 600.000 Pfund eine Schaf-Farm mit einem Hauptgebäude aus dem 17. Jahrhundert erwarben. „Großartig“, meint ein Nachbar. „Wir haben hier sonst nicht viele Stars in der Gegend.“

Weil er keine Lust mehr hat, sich „für die Amis zum Deppen zu machen „, hat Ozzy Osbourne die Kameras von MTV aus seinem Haus verbannt. „Reality-Shows macht doch jetzt jeder“, sagte seine Frau Sharon. „Es wird für Ozzy Zeit, was anderes zu tun.“

Gescheitert ist Duran-Duran-Trommler Roger Taytor mit einem Umschulungsversuch zum DJ: Im Londoner Club Kabaret wurde er nach der ersten Platte von den Tellern entfernt. Sein Kommentar: „Ihr habt mir doch ein Zwei-Stunden-Set zugesagt!“

Und haben wir uns nicht schon lange gefragt, was aus David Lee Roth geworden ist? Der lässt sich zur Zeit in New York zum Sanitäter ausbilden. Kürzlich rettete er einem Passanten, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, mit einem Defibrillator das Leben.

Ihr Arbeitspensum zurückschrauben muss Joss Stone auf Rat ihrer Ärzte, um die Bildung von Knötchenauf den Stimmbändern zu verhindern. Nach einer Pause bis Januar will sie außerdem lernen, „aus der Brust statt aus der Kehle zu singen „, um ihre Stimme zu schonen.

Schonen sollten sich vielleicht auch Franz Ferdinand: Nach einem Gig in Paris gab es in der Garderobe eine Streiterei, die damit endete, dass Alex Kapranos sich auf Nick McCarthy stürzte und ihm die Faust ins Gesieht haute. Schlagzeuger Paul Thomson warf sich ins Getümmel, Möbel flogen durch die Gegend, hinterher wiegelte ein Bandsprecher ab: „Bands zerstreiten sich, Familien zerstreiten sich, das ist so. Die Müdigkeit durch das ewige Reisen ist auch nicht sehr hilfreich.“

Terry Melcher, Sohn der Schauspielerin Doris Day, der Platten für die Beach Boys, The Byrds, Ry Cooder u.v.a. produzierte, starb am 22. November 62-jährig in Beverly Hills an Krebs. Melcher hatte bis kurz vor dem Mord an Sharon Täte durch die Charles-Manson-Sekte in der Mord-Villa gewohnt; man munkelte, er sei das eigentliche Ziel der Täter gewesen, weil er es abgelehnt hatte, Mansons Songs zu produzieren.

Ebenfalls an Krebs verstarb am 4. November Robert Heaton, Ex-Drummer und Mitbegründer von New Model Army. Heaton wurde 43 Jahre alt.

Produziert hat Jack White mal wieder, nämlich das neue Album alternative to love (kommt im Frühjahr) von Brendan Benson, den Jack, als er Ende November als Hochzeitsgast in London weilte, auf der Bühne des Camden Barfly besuchte. Gemeinsam spielten sie den Benson-Song „Good To Me“ (den die White Stripes auf der B-Seite ihrer Single „Seven Nation Army“ gecovert hatten) und wünschten dann einem Mädchen im Publikum „Happy Birthday“.

Das nächste White-Stripes-Album, ließ Jack verlauten, soll in Bensons Haus in Detroit entstehen und in etwa zwei Monaten fertig sein: .Ansonsten habeich mir noch gar nichts überlegt“, sagte Jack. „Ich glaube, wir haben zu lange Pause gemacht. Aber das war nötig.“

Länger dauerte der „Urlaub“ der New-Wave-Band Gang Of Four, in letzter Zeit von Epigonen wie Franz Ferdinand, Bloc Party und Futureheads immer wieder ins Gespräch gebracht, die im Januar erstmals seit fast 24 Jahren in Urbesetzung auf UK-Tour geht.

Morrissey wird von einer „Stalkerin“ verfolgt: Bei der jungen Dame, die zuletzt bei seinem Gig in LA vergeblich versuchte, sich an den Ordnern vorbei auf die Bühne zu mogeln, handelt es sich um keine geringere als die Schauspielerin Chloe Sevigny.

Zu einer wüsten Prügelei kam es bei der Verleihung der „Vibe-Awards“ am 15. Novemberin Santa Monica. Als Snoop Dogg und Quincy Jones Dr. Dre einen „Ehrenpreis“ überreichen wollten, stürmte der 26jährige Jimmy Johnson auf Dre los, schlug ihm ins Gesicht und wurde im folgenden Tumult niedergestochen. Einer von drei mit Messern Bewaffneten (die auf einem Video zu sehen sind) soll Young Bück von G -Unit gewesen sein, den die Polizei (bis Redaktionsschluss vergeblich) aufforderte, sich zu stellen.

Ärger gab es auch bei einer gemeinsamen Show von R. Kelly und Jay-Z in St. Louis: Da sprang R. Kelly von der Bühne, rannte ans Mischpult, beschimpfte die Toningenieure, warf Equipment um und flüchtete schließlich nach einer Verbeugung in die Garderobe während sein Song „Happy People“ samt Gesang ungerührt und ohne Unterbrechung weiterlief.

Language, sex, violence, other übrigens heißt das neue Album derStereophonics (VÖ: Frühjahr).

Was Verbände und Minister so alles treiben: Der „Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe“ (BDT/DEHOGA) und das baden-württembergische Sozialministerium stellten am 24. November in Stuttgart den „DJ-Führerschein“ vor. Ob künftig auch an Plattentellern eine Promillegrenze gilt und das Auflegen ohne Führerschein bestraft wird, wurde nicht bekannt.

Nach Los Angeles, New York, London und Paris ist der „Interpol Space“, in dem die Band Drucke, Fotoserien und Kurzfilme mit ihrer Lieblingsmusik untermalt, seit 7. Dezember in der Galerie Tristesse in Berlin zu sehen und zu hören.

Noch bis 7. Januar läuft in der Hamburger Galerie Kirsten Roschlaub die Ausstellung „15 Minutes“ von Olaf Heine. Bilder von Heine, einem der profiliertesten deutschen Fotografen, zierten nicht nur Spiegel, Stern und andere Illustrierte, sondern des öfteren auch den MUSIKEXPRESS.