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Backstage Session: Damien Jurado

Wenn man jemandem Tapferkeit unterstellt, dann hat es fast einen mütterlichen Beigeschmack – als hätte ein Kind bei der Kariesvorsorge ganz tapfer die Krokodilstränen unterdrückt. So ist es an dieser Stelle nicht ganz gemeint. Aber wenn Damien Jurado bei gefühlten minus zehn Grad einen Song vor der Kamera spielt und jeder Schlag in die Saiten ein wenig mit Schmerzen verbunden ist, die einem von der klirrenden Kälte in die Fingerkuppen gepeitscht werden, dann darf man Jurado schon mal tapfer nennen. Es hätte eines ganzen Konzertes bedurft, wenn man davon ausgehen sollte, dass er sich warmspielt.

Er spielte für uns „So On, Nevada“ von seinem aktuellen Album „Maraqopa“ – ein Album voller Sehnsuchtsmomente, die der Einsamkeit trotzen, weil man sich zwölf Songs lang umarmt fühlt. „Maraqopa“ zählt 2012 schon jetzt zu den schönsten Alben eines Genres, das ohne Glamour glänzen kann.

Dennoch ginge mit einem die Phantasie durch, wenn man sagen würde, er hätte in diesem Moment die Kälte ganz und gar vergessen machen können. Ein bisschen aber schon.


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