Björk – Debut


Im Sommer 1993 war Björk Gutmundsdottier für Indie-Fans wahrlich keine Unbekannte mehr: Als Sängerin hatte sie den isländischen Indie-Lieblingen The Sugarcubes die sirenenhaft-exotische Note verliehen. Und doch war kaum jemand vorbereitet auf das, was die vermeintliche Kindfrau da mit ihrem Solodebüt auftischte. Zusammen mit Soul-Il-Soul-Mastermind Nellee Hooper, damals die UK-Instanz in Sachen moderner Club-Grooves, hatte sie den meisten Songs ein so stringentes wie neuartiges Fundament aus aktuellen Dance-Beats und kühlen Electronica gelegt, darüber luftige bis schroffe Soundkonstruktionen aus Streicher- [von Banghra/Drum’n’Bass-Fusionisten Talvin Singh arrangiertl. Harfen- und Bläser-Klängen [mit Jazz-Koryphäe Oliver Lake ausgetüftelt) errichtet. In diesen erstaunlichen Soundgebilden steckten Songs, die Björk zum Teil schon als Teenager geschrieben hatte und die dem innovativen Ganzen eine verblüffende Catchyness verliehen. Einen alten Jazzstandard L.Like Someone In Love“) im neuen Sounddesign gab’s noch obendrauf. Björk selbst nannte das Album damals im Gespräch mit dem Autor dieser Zeilen „mein musikalisches Coming Out“ – in der Rückschau eine absolut zutreffende Einstufung. Die Welt war verblüfft. Dabei hätte man das alles schon ahnen können, denn die Isländerin hatte bereits vor ihrem Umzug nach London Anfang 1992 begonnen, sich mit der britischen Elektronik-Szene auseinanderzusetzen und bereits zwei Songs zu einem Album der Manchester-House-lnstitution 808 State IeXiEl] beigesteuert. DEBÜT erschlofl mit mehr als 3,5 Millionen weltweit verkaufter Exemplare der Künstlerin ein Publikum, das nun weit über Indie-Zirkel hinausging.

Aufgenommen: Frühjahr 1993

Produzent: Nellee Hooper, Björk

Beste Songs: „Venus As A Boy“, „Human Behaviour“, „ViolentlyHappy“

Höchste Chartsposition UK: 3