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#FreeBritney: Alles, was Ihr über die virale Bewegung zur Befreiung von Britney Spears wissen müsst

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Britney Spears zählt zur Gruppe jener Prominenter, die sich den Corona-bedingten Lockdown mit der Produktion zahlreicher (teils sehr schräger) Instagram- und TikTok-Videos vertrieben hat. Wenngleich Britneys eklektische Ansammlung kreativer Choreografien, kitschiger Kunstwerke und inspirierender Zitate für viele ihrer Follower*innen von größtem Unterhaltungswert ist, begegnen andere den bizarren Posts mit Sorge.


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Schon seit einer Weile äußern Fans der einstigen „Princess Of Pop“ immer wieder die Befürchtung, um den mentalen Gesundheitszustand der Sängerin sei es nicht gut bestellt. Doch damit nicht genug: Angeblich soll Britney über ihre Instagram-Posts geheime Botschaften an die Öffentlichkeit senden, um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen und so um Hilfe zu bitten.


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Als Ursache ihres vermuteten Elends wird die durch ihren Vater ausgeübte Vormundschaft genannt, unter der sich Britney seit zwölf Jahren befindet. Unter dem Hashtag #FreeBritney rufen besorgte Fans nun dazu auf, die „Toxic“-Sängerin von den ihr auferlegten Einschränkungen zu befreien. Wir haben die wichtigsten Fakten zur viralen Befreiungsaktion für Euch zusammengefasst.

Was ist eine Vormundschaft?

In den USA bestimmte eine Vormundschaft einen offiziellen Vertreter für eine Person, die nicht dazu in der Lage ist, sich eigenständig um ihr Leben zu kümmern. Dies kann speziell bei Erwachsenen zum Beispiel durch eine altersbedingte Demenzerkrankung oder aber bei psychischen Problemen der Fall sein. Die genaue Rolle des Vormundes kann von Fall zu Fall stark variieren, häufig kümmert sich dieser jedoch vor allem um die finanziellen Angelegenheiten der ihm anvertrauten Person. Zusätzlich können auch karriere-, gesundheits- und aufenthaltstechnische Anliegen unter die Verantwortung des Vormundes fallen.

Warum befindet sich Britney Spears unter einer Vormundschaft?

In den späten 2000er-Jahren erlitt die Popsängerin einen ausgiebig dokumentierten Nervenzusammenbruch. So fuhr sie unter anderem mit ihrem kleinen Sohn auf dem Schoß Auto, ging mit einem Regenschirm auf das Fahrzeug eines Paparazzo los, redete eine Weile ausschließlich mit einem britischen Akzent und rasierte sich kurzerhand den Kopf.


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Im Januar 2008 wurde Britney deshalb schließlich zur Untersuchung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, jedoch bald darauf wieder entlassen. Nach einem zweiten Aufenthalt nur wenig später stellte ihr Vater James „Jamie“ Spears einen Antrag auf eine temporäre Vormundschaft. Dem Antrag wurde stattgegeben und einige Zeit später wurde besagte Vormundschaft nicht nur verlängert, sondern sogar als dauerhaft festgelegt. Damit erhielten Britneys Anwalt Andrew Wallet und ihr Vater vorläufig die alleinige Kontrolle über das gesamte Vermögen der Sängerin sowie die Entscheidungsgewalt in allen geschäftlichen Angelegenheiten. Nachdem Wallet 2019 als Vormund zurücktrat, ist Jamie Spears nun alleine für die Anliegen seiner Tochter verantwortlich.

Offiziellen Gerichtsunterlagen zufolge darf Britneys Vater unter anderem darüber entscheiden, welche Besucher*innen seine Tochter empfängt, wofür sie ihr Geld ausgibt und wann und zu welchem Zweck sie ihr Haus verlässt. 2019 wurde die Vormundschaft zeitweise auf Britneys Pflegebeauftragte Jodi Montgomery übertragen, nachdem Jamie Spears eine lebensbedrohliche Dickdarmruptur erlitten hatte und sich vorerst auf seine Genesung konzentrieren musste.

Was hat es mit #FreeBritney auf sich?

Der Aufruf #FreeBritney kursiert bereits seit mehr als zehn Jahren im Internet und wurde erstmals als Reaktion auf die Bewilligung der Vormundschaft ins Leben gerufen. Nachdem sich die Sängerin 2019 erneut in eine psychiatrische Einrichtung einweisen ließ, um sich auf ihr „Wohlbefinden zu konzentrieren“, erlebte die Bewegung ein Revival, aus dem sogar ein Podcast mit dem Titel „Britney’s Gram“ hervorging, der sämtliche Posts des Pop-Sternchens detailliert analysierte. Über ebenjenen Podcast drang auch eine Audio-Aufnahme an die Öffentlichkeit, auf der sich ein Anwalt, der eigenen Angaben zufolge in den Fall Spears involviert war, zu besagter Vormundschaft äußerte und damit erneut für Spekulationen sorgte, die Sängerin sei gegen ihren Willen weggesperrt worden.


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Gleichzeitig wird kritisiert, dass man die anscheinend psychisch labile Britney zwar all ihrer Rechte beraubt habe, sie aber dennoch weiterhin bis zur Erschöpfung arbeiten lasse, so z.B. als Teil ihrer „Las Vegas“-Residenz von 2013 bis 2017. Jamie Spears wird somit unterstellt, er beute seine Tochter gegen ihren Willen aus und habe es allein auf ihr Geld abgesehen.

Warum macht #FreeBritney genau jetzt wieder die Runde?

In den vergangenen Wochen sorgte das Gerücht für Aufregung, Britney lasse der Öffentlichkeit über ihre Social-Media-Posts geheime Nachrichten zukommen. So bat eine Nutzerin die Musikerin beispielsweise darum, im nächsten Video ein gelbes Shirt zu tragen, falls sie Hilfe brauche, und voilà: Die Sängerin tat ihrem Fan (möglicherweise komplett unwissend) den Gefallen.

Eine weitere Nutzerin soll Britney via Twitter dazu aufgefordert haben, am 10. Juli Tauben zu posten, falls sie sich in Schwierigkeiten befinde. Und tatsächlich teilte die Sängerin genau an diesem Datum ein Gemälde, auf dem neben zwei Frauen und einem Kind auch fünf Tauben zu sehen sind.


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Zusätzlich trat Britneys ehemaliger Fotograf Andrew Gallery mit einem Video an die Öffentlichkeit, in dem er einen Brief vorliest, den die Sängerin ihm geschrieben haben soll und in dem sie demnach behauptet, von ihrem „Vater belogen und hinters Licht geführt“ worden zu sein.

Auch Britneys Mutter und ihr ältester Sohn Sean Preston sorgen in den Sozialen Medien immer wieder dafür, dass die Theorien um ihre mutmaßliche Gefangenschaft nicht abebben. So reagierte letzterer kürzlich mit einem „Gefällt mir“ auf einen Instagram-Post, in dem behauptet wird, seine Mutter kämpfe derzeit dafür, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.

Und nun?

Aktuell verfügt Britneys Ex-Mann Kevin Federline über einen Großteil des Sorgerechts über die gemeinsamen Söhne. Großvater Jamie darf die beiden Jungs fürs Erste nicht kontaktieren, nachdem Federline im Dezember 2019 eine Kontaktsperre gegen diesen erwirken konnte, weil er den damals 13-jährigen Sean Preston bei einer Auseinandersetzung körperlich angegriffen haben soll.

Britneys Vormundschaft wurde zuletzt bis zum 22. August 2020 verlängert, nachdem eine Anhörung zum Fall wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie nicht stattfinden konnte. Ihre Mutter, Lynne Spears, soll kürzlich ebenfalls darum gebeten haben, an allen zukünftigen Entscheidungen das Wohl ihrer Tochter betreffend zumindest beteiligt zu sein. Es bleibt abzuwarten, zu wessen Gunsten sich das zuständige Gericht aussprechen und welche Auswirkungen diese Entscheidung auf Britneys zukünftiges Leben haben wird.


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