Common Berlin, Columbia Club


Manche Leute gehen zum Lachen in den Keller. Der "illest rapper from Illinois " zeigt, wie man dort Musik macht.

Wieder mal ein HipHop-Konzert, was soll da schon gehen? Ein Typ legt Platten auf. Der andere überlegt sich schlaue Reime dazu, die dann über den Rhythmus gleiten. Das allein ist einem Common zu wenig. Was der seinem Berliner Publikum dann auch gleich erklärt. Ihm gehe es darum, eine „basement party“ zu feiern. Seltsam, handelt es sich beim Columbia Club doch um keine unterirdische Räumlichkeit. Dennoch soll sich die Kellergeschoß-Analogie als treffend erweisen. Nach fulminantem Start schaltet Common mit seiner Band auf introvertierten Mitternachtsjazz um und verleiht seinem Auftritt gleichzeitig eine spirituelle Note: „I want you to be who you are.“ Er wein ja wieder, wie es geht. Vor drei Jahren hat der Rapper aus Chicago seinen Electric Circus aufgeführt, ein buntes Potpourri aus Rock, Rap, Elektronik und Funk mit einem AU-Star-Team von Musikern. Sein aktuelles Werk klingt reduzierter und heint einfach nurbe, was hier offenkundig als Synonym für Natürlichkeit steht.

Common ist kein Dummer. Der Kerl macht sich Gedanken und ist der Meinung, daß man im HipHop wieder ursprüngliche Werte betonen sollte. Wer es noch nicht weiß: Diese Art von Musik gab es schon vor Eminem und 50 Cent. Damit das auch jeder im Saal verinnerlicht, liefert er eine Breakdance-Einlage wie zu besten „Wild Style“-Zeiten ab. Den DJ bezeichnete er als Basis des HipHop, die Straßenecken in der New Yorker Bronx als Auftrittsorte, an denen alles begann. Ein fingiertes Telefonat mit den Kollegen Talib Kweli und Mos Def hat man nicht als Form von Szeneposing zu verstehen. Hinter dieser Einlage steckt eine einfache Botschaft: Roots, Baby!

Und die (Keller)Party? Kommt mit der Zeit immer besser in Schwung. Kleine Fangfragen wie „Can Berlin get funky?“ helfen müden Hauptstädtern schnell auf die Beine. Als dann zum Schluß noch der frühere Hit „The Light“ als Zugabe ertönte, hat man endgültig das erhebende Gefühl, eine Lichtgestalt vor sich zu haben. Was, die gibt es nur im Fußball? Nö. Ein Common in dieser Form läßt den HipHop erstrahlen, daß es eine helle Freude ist.

www.common-music.com