Einmal durch das Zimmer gehen, in dem David Jones zu David Bowie wurde

Das Elternhaus des Musikers wird umfassend restauriert und 2027 zum Ausstellungsraum.

David Bowies Elternhaus im Süden Londons wird erstmals öffentlich zugänglich. Der Heritage of London Trust hat das zweistöckige Reihenhaus in der Plaistow Grove 4 in Bromley erworben, in dem der Sänger, damals selbstverständlich noch David Jones, von 1955 bis 1968 lebte.

Die Restaurierung soll den Zustand des Hauses im Stil von 1963 rekonstruieren, als Bowie 16 Jahre alt war. Im Zentrum steht das kleine Jugendzimmer des Musikers, kaum neun Quadratmeter groß.

Später beschrieb Bowie seinen Teenager-Rückzugsort als seine „ganze Welt“ mit einer großen Sammlung von Büchern und Platten. Hier entwickelte er seinen künstlerischen Ehrgeiz. Einen ernsten Hintergrund hat dies aber auch, denn aufgrund der nicht ganz einfachen Familiensituation zog sich der junge David of zurück in sein Reich.

Wie in zahlreichen Berichten über den 2016 verstorbenen Musiker zu lesen ist, sagte er vielen Freunden oft Verabredungen ab, um allein bei sich zuhause nachzudenken und zu arbeiten.

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Elvis-Singles und ein Foto von Little Richard

Die Ausstellung wird laut Mitteilung der Veranstalter bislang unveröffentlichte Archivstücke zeigen, darunter frühe Elvis-Singles sowie ein ausgeschnittenes Foto von Little Richard, das er als Kind an seine Wand klebte und ein Leben lang behielt. Auch Erinnerungen von Weggefährten wie George Underwood (der Bowie in der Schule eine verpasste und ihm so seine ungleichen Iris hinterließ) und Dana Gillespie sind Teil des Fundus.

Doch bei der Ausstellung wird es nicht bleiben: Neben der musealen Nutzung soll das Haus künftig auch Raum für kreative Workshops für junge Menschen bieten. Inspiriert ist dies Bowies Arts-Lab-Idee in Beckenham. Es gehe nicht nur um ein Denkmal, sondern buchstäblich um einen kreativen Spielraum für kommende Generationen, heißt es.

Ganz so schnell geht es allerdings nicht, denn bevor sich die Türen von Bowies Jugendzimmer öffnen, stehen noch einige Bauvorgänge und Genehmigungsverfahren an. Konkret heißt dies, dass spätere Umbauten entfernt und Anbauten aus den 1970ern abgerissen werden. Als Bowies älterer Bruder Terry aus dem Haus geworfen wurde, wurden die beiden Schlafzimmer im Obergeschoss zu einem einzigen Zimmer zusammengelegt; außerdem gab es in den 1960ern noch keine Innentoilette.

Immense Kosten

Die Eröffnung ist für Ende 2027 geplant. Die hohen Kosten werden einer Anschubfinanzierung der Jones Day Foundation, einer Tochtergesellschaft der Anwaltskanzlei Jones Day, von 576.000 Euro und einer nun startenden Spendenkampagne gedeckt. Allein der Erwerb der Immobilie verschlang viel Geld. 1997 wurde das Grundstück noch für 90.000 Euro verkauft, nun hat es einen Wert von über 500.000 Euro.

Kleiner Fakt am Rande: Bromley wird seit Jahren schon wegen eines anderen Geburtshauses besucht. In der Stadt (derzeit 88.000 Einwohner) wuchs auch Naturforscher Charles Darwin auf.


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Screenshot

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Mediahouse Berlin GmbH

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.