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Zu David Bowies 1. Todestag: Die 16 besten Coverversionen seiner Songs

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Am 8. Januar 2017 hätte David Bowie seinen 70. Geburtstag gefeiert. Dazu kommt es bekanntlich leider nicht mehr: Der Superstar starb am 10. Januar 2016.

David Bowie coverte seinerzeit gerne andere Künstler, Pink Floyd, T.Rex oder Neil Young, zum Beispiel. Viel lieber und öfter aber noch wurde er von Generationen anderer Musiker gecovert. Wir haben uns etliche Coverversionen von Bowies Songs anlässlich seines Todes nochmal angehört, stellen die 16 wohl besten hier vor und stellen fest: „Heroes“ kam besonders oft besonders gut weg.

1.    Barbra Streisand – „Life On Mars?“ (1974)

Auch wenn David Bowie in einem Interview mit dem „Playboy“ diese Version – bei allem Respekt für die Künstlerin – als „furchtbar“ bezeichnete, muss man doch sagen: Die Streisand hat den fast musicalverdächtigen Glanz des 1973er-Hits sofort richtig erkannt. Und nein, furchtbar ist das doch nicht.

2. The Associates – „Boys Keep Swinging“ (1979)

Die jungen New Waver/Post-Punker aus Schottland coverten Bowies damals aktuelle Single einfach mal so wech, ohne sich groß Gedanken über irgendwelche urheberrechtliche Fragen zu machen. Das zahlte sich doppelt aus: Ihre Version von „Boys Keep Swinging“ ist trotz New-Wave-Kühle an Sturm und Drang kaum zu überbieten, zudem sprang ein Plattenvertrag für sie heraus.

3. Bauhaus – „Ziggy Stardust“ (1982)

Ende der 70er-/Anfang der 80er-Jahre zeigte sich anhand vieler junger Bands, die deutlich Bezug auf Bowie nahmen, was ihm die Popmusik bis dahin schon alles zu verdanken hatte. Peter Murphys Postpunk-/Goth-Rock-Formation aus Northampton machte ihre Ehrerbietung hier besonders deutlich (und erledigte das überaus ordentlich). Und ja, es wurde auch ihr größter Hit.

4. Nirvana – „The Man Who Sold The World“ (1993)


Was soll man groß sagen? Nicht nur die bekannteste Bowie-Version, sondern wohl auch die beste – mehr noch: einer der besten Coversongs überhaupt! (Und wer jetzt tatsächlich Einwände handwerklicher Art vorzubringen hat, soll sich seine Musik doch in Zukunft im Baumarkt kaufen gehen.)

5. The Magnetic Fields – „Heroes“ (1996)

Wer könnte diesen ewigen Klang der leichten Dissonanz im Original besser zum (Nach-)Klingen bringen als Stephin Merritts Band, die feinste Feedbacks und mitschwingende leeren Saiten einzusetzen weiß wie ein Maler seine Farben? Es geht aber natürlich auch anders … (siehe Song 6).

6. Oasis – „Heroes“ (1997)

Mit dieser omnipräsenten Leadgitarre und einem Sog, dem keiner entfliehen kann, kam das Stück den Gallaghers ja ohnehin schon auf halbem Weg entgegen. Mit ein wenig mehr Boogie in den Knien und Noels Gallagher-Style-Gesangperformance (laaaange Vokaaaaale!) machten sie dieses Denkmal von einem Song für vier Minuten einfach mal zu ihrem eigenen. (Erschienen auf der B-Seite von „D´You Know What I Mean?“.)

7. Tori Amos – „After All“ (2001)

Von Amos’ STRANGE LITTLE GIRLS-Zyklus. Sie interpretierte darauf Songs von Männern aus weiblicher Perspektive neu. Ihre Version dieses dunklen Walzers von THE MAN WHO SOLD THE WORLD schaffte es dabei sogar nur auf eine Single-B-Seite. Kaum zu verstehen …

8. Silje Nergaard – „This Is Not America“ (2003)

Die norwegische Jazz-Chanteuse zieht die ohnehin schon leicht jazzige Softrock-Arbeit von David Bowie und Pat Metheny von 1985 sehr einfühlsam auf ihre Seite. Gesang: toll. Bläser: zum Hineinlegen. Nur der Flügel wird nach hinten raus ein wenig klimperig.

9. M. Ward – „Let´s Dance“ (2003)

Obwohl er als Solist seit 2000 großartige Platten macht und bei Acts wie Bright Eyes im Vorprogramm spielte, kennen die meisten den Singer/Songwriter aus Portland als die eine Hälfte des Duos She & Him (die andere heißt Zooey Deschanel). Wie er hier Bowies großen Tanzhallen-Kracher von 1983 bis aufs Gerippe abnagt, ohne dass das Stück auch nur einen Zentimeter an Größe verliert, das kann nicht jeder.

10. Seu Jorge – „Life On Mars?“ (2004)

Ein kleiner Geniestreich des Regisseurs Wes Anderson: Für „Die Tiefseetaucher“ ließ er den brasilianischen Musiker und Schauspieler Seu Jorge Bowie-Songs auf Portugiesisch covern. Seu wirkt im Film auch mit, er spielt den Sicherheitsexperten des Meeresforscherteams, der ab und zu zur Gitarre greift und eben Bowie spielt. Dann zählen nur noch: Seine Stimme, die Gitarre und das Meer.

11. The Futureheads -„Let´s Dance“ (2006)

Eingespielt für eine 80s-Hit-Cover-Compilation des britischen „Q Magazins“, beweisen die nie so ganz ausreichend gewürdigten Indierocker aus Sunderland, dass sie nicht nur Kate Bush gerecht werden können. Mutig und auf Zack, die Jungs.

12. Xiu Xiu feat. Michael Gira – „Under Pressure“ (2008)

Ein leider viel zu wenig beachtetes Gipfeltreffen der Schmerzensmusik: Neben Jamie Stewarts gewohnt theatralischer Performance und dem sonoren, nur im Nötigsten notengetreuen Gott-Ton des Ober-Schwans Michael Gira erhöht ein wild gewordenes Saxophon noch den Druck. So groß!

13. TV On The Radio – „Heroes“ (2009)

Das Avantgarde-/Indie-Kollektiv vereint hier gewissermaßen den 70s-Berliner mit dem späteren Industrial- und Experimental-Rock-Bowie der 90er- und 00er-Jahre. Aber TVOTR kannte sich nicht nur mit Bowie aus, sondern auch umgekehrt: David schätzte die New Yorker Nachbarn, kam sie im Studio besuchen und sang Backing-Vocals für RETURN TO COOKIE MOUNTAIN ein.

14. Franz Ferdinand – „Sound And Vision“ (2011)

Das Werk alter, abgezockter Hasen. Die covern das Ding dermaßen souverän weg, als wäre es ihr eigenes – und seit mindestens zehn Jahren in ihrem Live-Köcher. (Und lassen sich dabei nicht mal von Girls Aloud am Backing-Vocal-Mikrofon verunsichern.)

15. Beck – „Sound And Vision“ (2013)

Und gleich noch mal dieser eine geschmeidige Hit vom eher sperrigen Bowie-Meisterwerk LOW. Live aufgenommen mit 160 musikalischen Gästen (Orchester, Chor, Gamelan-Ensemble, Marschkapelle etc.) – ein wunderbar gigantischer Wahnsinn für die Werbekampagne eines Autoherstellers. Aber das ignorieren wir jetzt einfach mal.

16. Melvins feat. J.G. Thirlwell – „Station To Station“ (2013)

Wer jetzt denkt: „Über 11 Minuten?! Die Melvins sind wohl verrückt geworden!“ möge daran erinnert werden, dass Bowies Album-Fassung auf 10 Minuten kommt. Dieser gewisse Rest von Leichtigkeit dieses Prog-/Glam-/Kraut-Hybriden geht in der Behandlung durch die Sludge-Metal-Rocker freilich verloren (sie wird in Wucht umgewandelt), aber die Sexyness des Originals (im dritten Drittel) bekommen King Buzzo und Gefolge zuverlässig transportiert.

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