„Desire“: Zuschauer werfen Netflix Kinderpornografie vor

Zwei Mädchen schauen Fernsehen, auf dem Bildschirm reitet ein Cowboy auf einem Pferd. Eines der Mädchen imitiert den Ritt des Cowboys auf ihrem Kissen, die Kamera zoomt auf den Gesicht des Mädchen, dramatische Musik und ein Zeitlupeneffekt setzen ein. Das Mädchen erfährt versehentlich den ersten Orgasmus ihres Lebens.

Nutzer fordern Löschung des Films

So beginnt der Film „Desire“, der gerade in den USA gestartet ist und auch irgendwann nach Deutschland kommt, falls der Streaming-Dienst den Film nicht lieber zurückhält. Die Tatsache nämlich, dass das gefilmte Mädchen auch von einer minderjährigen Schauspielerin dargestellt wird, beschert Netflix und dem Regisseur des Films, Diego Kaplan, nun Vorwürfe der Kinderpornografie. Netflix hat den Film in den USA in der Mediathek, einige Nutzer fordern nun, dass er aus dem Programm genommen wird. Auffällig ist allerdings, dass viele der Stimmen gegen Netflix aus dem rechten Spektrum stammen wie die Kollegen vo Filmstarts.de noch einmal in einem Artikel herausstellen.

„Desearás al hombre de tu hermana“ heißt der heftig diskutierte Film im Original, in Südamerika feierte er schon vor einigen Monaten Premiere. Der Streit um die Eröffnungsszene kocht in den USA gerade richtig hoch, der Film wurde einer Jugendschutz-Behörde gemeldet. Eine konservative Nachrichtenseite hat den Film in einem Beitrag kritisiert und den Regisseur nun zu einem Statement gedrängt. Kaplan rechtfertigt die Szene folgendermaßen:

„Despair is a film. When we see a shark eating a woman on film, no one thinks the woman really died or that the shark was real. We work in a world of fiction; and, for me, before being a director comes being a father.

Of course this scene was filmed using a trick, which was that the girls were copying a cowboy scene from a film by John Ford. The girls never understood what they were doing, they were just copying what they were seeing on the screen. No adult interacted with the girls, other than the child acting coach. Everything was done under the careful surveillance of the girls’ mothers. Because I knew this scene might cause some controversy at some point, there is “Making Of” footage of the filming of the entire scene. Everything works inside the spectators’ heads, and how you think this scene was filmed will depend on your level of depravity.“

Der Regisseur betont, dass die Mütter der Mädchen anwesend waren und die Kinder ja auch nicht wussten, was sie in dem Moment drehen. Einzig ein Schauspiel-Trainer für Kinder habe mit den Mädchen interagiert, man sei beim Dreh sehr vorsichtig gewesen und habe sogar ein Making Of produziert, um etwaigen Kontroversen vorzubeugen. Das Material wird Kaplan wohl bald dem FBI schicken müssen, die Behörde prüft laut Medienberichten nämlich ein Verfahren.


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