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Kommentar

Die ECHO-Nominierungen sind da – und an Peinlichkeit nicht zu überbieten

Zum 25. Mal verleiht die Deutsche Phono-Akademie 2016 den deutschen Musikpreis ECHO. Im sterilen Ambiente der Messe Berlin führt Barbara Schöneberger am 7. April durch die nicht weniger sterile Live-Sendung der ARD. Am Donnerstag wurden auf der ECHO-Website die Nominierten verkündet.

„Der Blick auf die Nominierten zeigt, dass es sich beim ECHO auch bei seiner 25. Ausgabe um einen hochkarätigen und repräsentativen Überblick über das Musikjahr handelt“, ließ sich BVMI-Geschäftsführer Dr. Florian Drücke zitieren. „Der ECHO vereint sowohl große etablierte Künstler als auch hochspannende Newcomer ganz unterschiedlicher Genres und zeigt an einem Abend, wie vielfältig Deutschland derzeit musikalisch tickt.“ Dass Dr. Drücke diese Ansammlung an Geschmackslosigkeit als hochkarätig und vielfältig bezeichnet, sagt viel mehr über Deutschlands musikalisches Tick-Tack aus, als ihm lieb sein kann.

Doch warum all die Aufregung? Helene Fischer ist doch unter den Nominierten! Aber genau das ist auch schon der erste Aufreger. Frau Fischer ist für ihr Album WEIHNACHTEN in zwei Kategorien nominiert und man wird den Eindruck nicht los, dass Helene „Atemlos“ Fischer diese Nominierungen ganz gezielt aufgedrückt wurden, damit Konsens-Deutschland auch ja zur Live-Show einschaltet. Wie kann ein Weihnachtsalbum, das vier Wochen auf dem Markt war, das „Album des Jahres“ sein? Und was soll an einem Schlager-Pomp-Machwerk mit Orchesterbegleitung Crossover sein? Doch wohl nicht allen Ernstes das Orchester? Verschont bitte das nicht einmal in der Nominierung genannte Royal Philharmonic Orchestra!

Überhaupt ist die Königskategorie „Album des Jahres“ eine Bankrott-Erklärung sondergleichen. Von den fünf Nominierten ist mit Adele lediglich ein internationaler Act vertreten, der, siehe Helene Fischer, scheinbar ganz bewusst in der Liste platziert wurde – schließlich kennt sogar Omma Schwakowiak „Hello“ aus dem Dudel-Radio.

Vier deutsche Acts, nominiert für das „Album des Jahres“. Eine starke Leistung, wird der geneigte Hurra-wir-sind-wieder-wer-Bürger denken. Soll er auch ruhig, aber warum ist bitte „Sing mein Song – Das Tauschkonzert Vol. 2“ als „Album des Jahres“ nominiert? Eine Compilation aus TV-Auftritten der gleichnamigen VOX-Sendung. Hatte die Musiklandschaft 2015 wirklich nichts Besseres zu bieten als Pathos-getränkte Coverversionen? Da wäre uns selbst Taylor Swift und ihr 1989 lieber gewesen. Schließlich hinkt der ECHO dem großen Vorbild Grammys noch Lichtjahre hinterher.



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