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Warum die Grammys 2016 eine feige Veranstaltung waren

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Taylor Swift hatte gut lachen. Schließlich heimste der stets perfekte „American Sunshine“ drei goldene Grammophone bei der 58. Grammy-Verleihung in Los Angeles ein. Gönnen wir der 26-Jährigen die Grammys für Bestes Gesangsalbum – Pop und auch wohl für Bestes Video, den sie mit ihrem Megalomanie-Clip zu „Bad Blood“ erhielt, aber Album Des Jahres? In dieser Kategorie hätte es nur einen würdigen Gewinner geben können. Und zwar Kendrick Lamar.

Mit seinem Epos TO PIMP A BUTTERFLY hat Lamar nicht nur den HipHop auf eine neue Stufe gehoben, sondern auch stolz seine Kultur, seine Hautfarbe, seine Herkunft repräsentiert. Die Art, wie der Rapper Old School, New School, Funk und Soul miteinander kulminieren lässt, wie er sich auf „The Blacker The Berry“ einen „proud monkey“ nennt und Sekunden später seinen afroamerikanischen Brüdern und Schwestern vorwirft, zu lang in der Opferrolle verblieben zu sein – all das machte TO PIMP A BUTTERFLY zum Album Des Jahres 2015, weit über die Grenzen von Compton, Ferguson und Baltimore hinaus.

Kendrick Lamar ist längst zu einer der wichtigsten Stimme im Kampf der Afroamerikaner gegen Repressalien und Unterdrückung geworden. Barack Obama nannte Lamars Track „How Much A Dollar Cost“ – ein Song, der auch ihn als Würdenträger angreift, seinen Song des Jahres 2015. Es bewies, dass Lamar es geschafft hat, auch den einflussreichsten Mann der Welt mit seinem „hood talk“ zu erreichen, eben weil er nicht auf Plattitüden wie „brothers and sisters“ beruht, sondern tiefer gräbt, Wunden aufreißt und nicht dem Schmerz nachgibt.

hood politics.

A photo posted by Kendrick Lamar (@kendricklamar) on

Kendrick Lamar ging mit elf Nominierungen in den Grammy-Abend. Nur sein großes Vorbild Michael Jackson heimste mit zwölf Nominierungen für sein Jahrhundertwerk THRILLER mehr Vorschusslorbeeren ein als„K-Dot“, der betonte, er wolle „alle elf Grammys“ holen – „für die HipHop-Community“. Er wollte beweisen, dass HipHop endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, dass HipHop Kunst sein kann, Kunst ist. Doch er wurde abgespeist. Abgespeist mit den Preisen, mit denen er, er als schwarzer Rapkünstler, eh rechnen konnte.

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