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Die ekelhafteste „Black Mirror“-Episode ist Wirklichkeit geworden

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Die Serie „Black Mirror“ hat nicht nur einmal die Zukunft vorhergesagt, beispielsweise als ein Internet-Troll zum ranghohen Politiker aufstieg. Nun wird die Prämisse der berühmten Episode „Nosedive“ Wirklichkeit. In der „Black Mirror“-Folge mit Bryce Dallas Howard, die von Joe Wright inszeniert wurde, wird der Social-Faktor von allen Menschen via App gemessen und bewertet. In besagter Episode wird Bryce Dallas Howard auf der Jagd nach einer besseren Social-Bewertung ihres ganzen Lebens wahnsinnig, eine perfekte Dystopie in Zeiten von Social Media. Doch nun wird diese Dystopie tatsächlich zur Realität.

Ein chinesisches Unternehmen hat ein Bewertungsystem namens Alipay an den Start gebracht. Darin kann zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit eine Person in Gänze beurteilt werden. Wired US berichtete zuletzt über die App, die Menschen nun komplett als eine Nummer darstellen soll. In der App gibt es einen „Score“ für den Nutzer, dieser liegt immer zwischen 350 und 950, man beginnt allerdings bei 600. Wer via Alipay viele Käufe tätigt (die App ist zum Beispiel mit Uber verbunden) und nie in finanziellen Rückstand gerät, der bekommt einen höheren Score, was sich dann wieder in spezielle Angebote bei zukünftigen Käufen auswirken kann.

So weit, so 2017. Unangenehm an „Black Mirror“ erinnert die Tatsache, dass Alipay auch checkt, mit wem der Nutzer in sozialen Medien und vor allem in der App befreundet ist. Hat man viele Freunde mit einem hohen Score, dann steigt auch der eigene, was sehr an die Momente erinnert, in denen sich Bryce Dallas Howard an eine besser positionierte Online-Bekanntschaft heran geschmissen hat. Bei Alipay werden von Händlern und Dienstleistern gut gewertete Nutzer in der Lage sein, bessere Kreditkonditionen von Banken zu bekommen. Oder zum Beispiel bessere Positionierungen auf Dating-Apps, falls die Ehe mal in die Brüche geht.


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