Die Ike & Tina Turner Revue


Auf einer gross angelegten Deutschland-Tournee kamen Ike und Tina Turner auch in die Kölner Sporthalle. Den Termin der Tournee hatten sie gut abgepasst, denn gerade zu der £eit lief ihre Single 'Nutbush City Limits' überall an den Spitzen der Hitparaden. ME's Ike Sprenger fuhr hin, um sich die Show anzusehen:

GROOVE IN DER HALLE

Die Vorprogrammgruppe war äusserst schwach. Fünf mittelalte Neger turnten im Stil der Osmonds auf der Bühne rum, brachten aber weder Gesang noch Ballett. Das Publikum schien trotzdem gut bedient Es war grösstenteils Mitte zwanzig und-mit Tendenzen in Richtung Night-Club‘ People. Als schliesslicH die Begleitband der Turners auftrat, entstand erstmals ein Groove in der Halle. Mit 9 Leuten (2 sax.. 2 trumpets. posaune, piano, git., bass + drums) schufen sie sehr gute funky Vibrations, ähnlich wie die J.B.’s (James Brown’s Band). In der Gruppe herrschte wirklich ne dufte Stimmung und das machte sich auch in der Musik bemerkbar. Nach ca. einer halben Stunde spielten sie einen gut improvisierten Tusch und dann erschienen 3 Negerinnen auf der Bühne. Das Publikum wollte schon aufjubeln, aber nein, es waren nur die Ikettes.’This ts a part of the Ike and Tina Turner Revue‘ erklärte einer der Bläser, der Part dauerte jedoch nicht lange, denn schon nach zwei Songs (einer davon Will It Go Round In Circles) verschwanden sie wieder.

DIE VIELBEGEHRTE SCHÖNE

Das Publikum zeigte inzwischen leichte Unruhe, verhielt sich aber doch massig und klatschte höflich. In dem folgenden Part der Ike und Tina Turner Revue spielten die Instrumentalisten etwas mehr einzeln, um sich vorzustellen. Ich hätte Ike und Tina vergessen können, aber das Publikum war zu scharf auf die Frau: an einer unheimlich guten Stelle, an der die Musik leise wurde, fingen sie an zu brüllen und zu pfeifen. Danach war nichts mehr zu machen und nach diesem kleinen Missverständniss kam endlich die vielbegehrte Schöne. Zu Beginn noch ein wenig ungelenk, aber schon durch den ersten Song gut in Fahrt, sang sie als zweites ‚Honky Tonk Women‘. Ihre wilde Mähne, die langen Beine und ihr ganzer Act erinnerten wirklich an Jagger, nur, sie bringt den Song fast noch besser‘ als Mick. Später antwortete sie mir auf diese Bemerkung: „Es macht mir nichts wenn mich die Leute den weiblichen Mick Jagger‘ nennen, ich bin gut mit Mick befreundet und ich finde ihn sehr jovel.“

FUNKY SACHEN

Nachdem sie längere Zeit funky Sachen gespielt hatten, sagte Tina einen Song an, der vor allem für die Männer sei, der aber als Platte nicht sehr erfolgreich war. Daraufhin sang sie fast im Dunkeln stehend ein Liebeslied zusammen mit ihrem Mann. Ziemlich am Schluss kam endlich Proud Mary‘ Tina und die Ikettes führten einen wilden Tanz dazu auf, den sie auf Wunsch des Publikums noch einmal wiederholten. Kurz darauf war Tina’s Part auch schon zu Ende und unter greller Lightshow verschwanden die Frauen swingend aus dem Blickfeld.